Neustart nach dem Blackout

von Redaktion

Bei einem großflächigen Stromausfall am Dienstag, 28. Juli, ist in 20.000 Haushalten im Landkreis Rosenheim das Licht ausgegangen. Die Störung dauerte rund eine halbe Stunde an. Vom Blackout waren auch das Handynetz und das Kabelfernsehen betroffen.

Rosenheim/Landkreis – Für etwa eine halbe Stunde wurde es in Rosenheim dunkel. Fast, denn wer am Dienstag (28. Juli) in der Natur unterwegs war, hat von dem großflächigen Stromausfall im Landkreis dank strahlenden Sonnenscheins nicht viel mitbekommen. Anders erging es den Städtern und den Menschen zu Hause.

Schlechtes Netz
und kein Strom

In Rosenheim fielen die Ampeln aus, Geschäfte wurden dunkel, Eisverkäufer wurden von Minute zu Minute nervöser und die Feuerwehr musste ausrücken, um Menschen aus Aufzügen zu befreien, die stecken geblieben waren. Bei Instagram schilderten zahlreiche Menschen, wie sie den Stromausfall erlebt haben. Einige von ihnen meldeten sich mit derselben Beobachtung: Auch Stunden nach dem Blackout seien Handynetz und Fernsehempfang gestört gewesen.

Nachgefragt bei den größten Mobilfunk- und Kabelanbietern Vodafone, Telefónica (O2) und Telekom zeigt sich: Es besteht ein Zusammenhang zwischen Mobilfunk und Stromnetz. „Der Stromausfall in der Region Rosenheim hat dazu geführt, dass auch einzelne Mobilfunkstandorte vor Ort zeitweise ohne externe Energieversorgung waren“, erklärt Kenza El Fassi, Sprecherin von Telefónica Germany, auf Nachfrage des OVB. Dies sei zwischen 15.39 und 16.25 Uhr der Fall gewesen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Vodafone: Laut Unternehmenssprecher Volker Petendorf war im selben Zeitraum das Glasfaserkabelnetz im Bereich Rosenheim außer Betrieb gewesen. „Dabei ist zu beachten, dass im Festnetz das Breitband-Internet, die Telefonie und der TV-Empfang ohnehin nur dann funktionieren, wenn in den einzelnen Haushalten Strom vorhanden ist“, so Petendorf. Dies bestätigen auch Telekom und Telefónica: Fällt die Stromversorgung aus, könnten je nach Dauer und Notstromausstattung Einschränkungen bei Telefonie, Datennutzung oder anderen Diensten auftreten, so El Fassi. Nico Göricke, Sprecher der Telekom, erklärt, dass auch die Netztechnik der Telekom auf eine dauerhafte Stromversorgung angewiesen wäre. Nachdem diese wiederhergestellt worden sei, „standen auch unsere Dienste wieder zur Verfügung“. Für Mobilfunk gilt: Je nach Standort und Notstromausstattung könnten Mobilfunkstandorte einen Stromausfall für eine gewisse Zeit überbrücken. Dauere die Unterbrechung der Stromversorgung länger an, kann es zu Einschränkungen bei der mobilen Telefonie und Datennutzung kommen, heißt es vonseiten von Vodafone und Telefónica.

Die Unternehmen seien für derartige Situationen gewappnet. So erklärt Telefónica, dass es auch Notstromlösungen für Mobilfunkstandorte gebe. Nachdem die Stromversorgung wieder lief, sei auch die Versorgung an einzelnen Standorten binnen kürzester Zeit reaktiviert worden.

Auch Vodafone erklärt, dass am Dienstagnachmittag (28. Juli) während des Stromausfalls nicht alle Mobilfunkstationen komplett am Netz blieben. „Aber zumindest so viele, dass die Grundversorgung im Landkreis Rosenheim sichergestellt war“, sagt Petendorf. Eine mögliche Erklärung, warum das Netz nicht ganz weg, aber schlecht war.

Den Hausmeister
befragen

Verbrauchern, die auch längere Zeit nach dem Ausfall noch Probleme mit Kabelfernsehen gehabt hätten, rät Petendorfer, Geräte wie Receiver oder Modems neu zu starten oder zu programmieren. Dies könne durch den plötzlichen Ausfall nötig werden. In Mehrfamilienhäusern könnte laut dem Unternehmenssprecher auch die Hausanlage, also das zentrale Empfangs- und Verteilsystem für Fernseh- und Radiosignale in einem Gebäude, gestört sein und einen Neustart benötigen. „Meist macht dies dann der Hausmeister“, so Petendorf.

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