Hitzewelle: Drohen erste Einlass-Stopps?

von Redaktion

Pünktlich zum Ferienbeginn am Freitag, 31. Juli, hat eine Hitzewelle die Region Rosenheim erfasst. Viele Menschen suchten Abkühlung in Freibädern und Seen. Wegen des erwarteten großen Ansturms stellten sich die Betreiber auf viel Arbeit ein. Bei Überfüllung drohten in den Bädern sogar erste Einlass-Stopps.

Rosenheim – Hochsommer in Rosenheim. Um sich ein wenig abzukühlen, werden am Wochenende (31. Juli bis 2. August) wieder viele Menschen in die Freibäder und an die Seen flüchten. Entsprechend groß ist dort der Ansturm. „In der laufenden Saison konnten wir im Rosenheimer Freibad bislang 77.249 Besucher (Stand 28. Juli) begrüßen“, teilt eine Sprecherin der Stadtwerke Rosenheim mit. Wegen der aktuellen Hitzewelle sei ein „besonders großes Besucheraufkommen“ zu erwarten. „Erfahrungsgemäß steigt der Andrang insbesondere an heißen und sonnigen Tagen deutlich an“, betont sie. Vor allem jetzt an Wochenenden könnten die Besucherzahlen hoch sein.

Ansturm auf
die Freibäder

Im Freibad Kolbermoor ist die Situation ähnlich. Aufgrund der „vielen Sommertage“ habe auch dieses Schwimmbad viele Badegäste in dieser Saison verzeichnet, wie Christian Poitsch, Leiter des Stadtmarketings und Sprecher der Stadt Kolbermoor, bestätigt. „Natürlich kommt das Wochenende und es ist Ferienbeginn, aber wie sich das dann tatsächlich auswirkt, ist nicht abzuschätzen“, sagt er. Die genaue Zahl lasse sich schwer prognostizieren.

Eine große Anzahl an Badegästen ist aber auch mit gewissen Herausforderungen verbunden. „Große Besucherzahlen bedeuten natürlich auch für unser Personal mehr Arbeit“, sagt Christian Poitsch. Im Freibad Kolbermoor sei man aber „ein eingespieltes und erfahrenes Team“ und habe eine hohe Auslastung an besonders heißen Tagen in den vergangenen Jahren immer gut bewältigen können.

„Bei hohen Temperaturen und einem entsprechend großen Besucheraufkommen steigt auch das Konfliktpotenzial“, ergänzt die Sprecherin der Stadtwerke Rosenheim. Das bekämen die Mitarbeitenden im Badebetrieb manchmal zu spüren. Dies führe dazu, dass neben den Angestellten des Freibads „eine ausreichende Anzahl qualifizierter Rettungsschwimmer“ den Badebetrieb beaufsichtige, „um die Sicherheit und einen geordneten Ablauf jederzeit zu gewährleisten“.

Die Sicherheit der Badegäste steht an erster Stelle. Sollte man diese aber nicht mehr gewährleisten können, könne es zu einem Einlassstopp kommen. „Die Entscheidung darüber trifft das Fachpersonal vor Ort auf Grundlage der aktuellen Situation“, erklärt die Sprecherin der Stadtwerke Rosenheim.

Dazu komme es aber nur, wenn die Kapazitätsgrenze erreicht sei und die Aufsicht und Sicherheit der Gäste nicht mehr garantiert werden könne. Damit der Badebetrieb sicher funktioniert, ist es an heißen Tagen mit vielen Besuchern umso wichtiger, auf die anderen Gäste Rücksicht zu nehmen. Die Sprecherin rät zu einem „respektvollen Umgang miteinander, Geduld an stark frequentierten Bereichen sowie dem Beachten der Badeordnung und der Hinweise des Personals“.

Dass eine hohe Besucherzahl im Freibad Rosenheim oder Kolbermoor auf die Wasserqualität Auswirkungen haben könnte, können sowohl Christian Poitsch als auch die Sprecherin der Rosenheimer Stadtwerke ausschließen. Die Wasseraufbereitungsanlage des Schwimmbads sei dafür ausgelegt. „Auch bei großem Besucherandrang wird die Wasserqualität durch eine kontinuierliche Umwälzung, Filtration und Desinfektion sichergestellt. Zusätzlich werden die Wasserwerte regelmäßig kontrolliert und überwacht“, erklärt die Sprecherin der Stadtwerke Rosenheim.

Die Frage nach der Wasserqualität stellt sich auch, wenn man statt ins Freibad an einen See geht. Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim führt regelmäßig in der Badesaison von Mai bis September Kontrollen durch. Das Ergebnis in diesem Monat: Die Seen in der Region werden als „ausgezeichnet“ eingestuft. Dennoch kann sich die aktuelle Hitze auf die Wasserqualität auswirken. „Eine lang anhaltende Hitzeperiode birgt immer ein gewisses Risiko“, sagt eine Sprecherin des Rosenheimer Landratsamts. Die hohen Temperaturen würden aber – ähnlich wie in den Freibädern – zu einem großen Andrang führen, was einen erhöhten Nährstoffeintrag mit sich bringt. Das könne unter anderem das Algenwachstum begünstigen.

Aktuell betreffe das auch den Simssee außerhalb des Badebereichs in Pietzing. „Bei einer Ortsbesichtigung durch das Gesundheitsamt wurde visuell eine sogenannte Blaualgenblüte bestätigt“, erklärt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamts Rosenheim. „Ein kurzfristiges Auftreten von Blaualgen, sogenannten Cyanobakterien, ist bei hohen Temperaturen bei jedem natürlichen Gewässer möglich.“ Aktuell bestehe aber am Simssee kein gesundheitliches Risiko für die Badegäste, da die Badestelle in Pietzing weit genug von dem Algenteppich entfernt sei. „Wir haben dies aber zum Anlass genommen, weitere Maßnahmen zur Aufklärung der Öffentlichkeit bei zukünftigem Auftreten von Blaualgen an EU-Badeseen der Region zu planen“, berichtet Wolfgang Hierl.

Trotz einer Entwarnung rät das Gesundheitsamt: „Nehmen Sie das Wasser vor dem Baden in Augenschein und beachten Sie Badeverbote und vor Ort angebrachte Warnhinweise.“ Man erkenne Anzeichen von Blaualgen an einer „grünlich-trüben oder auch rötlich-trüben Verfärbung des Wassers oder einer grünen, schlierenziehenden Schicht auf der Wasseroberfläche“. Ein weiterer Tipp sei, langsam, ohne den Boden aufzuwirbeln, ins kniehohe Wasser zu gehen. Wenn man seine Füße nicht mehr sehen könne, solle man das Baden besser meiden. Bei Anzeichen für Blaualgen sollten Badegäste laut dem Gesundheitsamt Rosenheim einige Regeln befolgen. „Schlucken Sie kein Wasser und vermeiden Sie Aufwirbelungen und Aerosole“, rät das Amt. Kleinkinder sollten deswegen am besten auch nicht im flachen Wasser oder in Wassernähe spielen. Man solle bewusst Aktivitäten wie Tauchen, Kopfsprung, Surfen oder einen Handstand unter Wasser vermeiden, da hier die Wahrscheinlichkeit, Wasser zu schlucken, groß sei. „Nach dem Schwimmen oder Planschen sollten Badende sich abduschen und gut abtrocknen sowie die Badekleidung wechseln“, führt das Gesundheitsamt weiter an.

Besondere Vorsicht
bei Kindern

Alle Badegäste, ob im Freibad oder am See, sollten aber bei der Hitze auf Sonnenschutz und genügend zu trinken achten. Christian Poitsch vom Stadtmarketing in Kolbermoor betont: „Besonders ist auf die Kinder zu achten, die oft selbst die Belastung durch Hitze und Sonne nicht richtig und nicht rechtzeitig einschätzen können.“ Aber natürlich gelten diese bekannten Regeln auch für die Erwachsenen. Mit ein bisschen Rücksichtnahme, Schutz vor der Sonne und genug Wasser kann man also bei der aktuellen Hitze die Zeit an den Seen und in den Freibädern der Region genießen.

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