Rosenheim/Miesbach – Jahr für Jahr sterben Tausende von Menschen, weil Wiederbelebungsmaßnahmen zu spät eingeleitet werden. Abhilfe soll nun die Ersthelfer-App „Team Bayern“ schaffen, die gestern in der Integrierten Leitstelle Rosenheim (ILS) durch Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, Landrat Otto Lederer, den stellvertretenden Miesbacher Landrat Josef Bierschneider sowie Daniela Ludwig und Vertreter der Blaulichtfamilie aktiviert wurde.
„Die Einführung der Lebensretter-App stellt für Laienhelfer eine wertvolle Hilfe für 420.000 Menschen im Einzugsgebiet, konkret für die Bürger und Bürgerinnen in der Stadt sowie im Landkreis Rosenheim und im Landkreis Miesbach, dar und sorgt für Sicherheit und Gesundheit“, erklärte Oberbürgermeister Abuzar Erdogan. Dadurch soll die Rettungskette verkürzt werden, was sicherlich im Interesse der Menschen ist. Die Stadt Rosenheim sei dabei auch stolz darauf, Gastgeber für die Verbesserung des Rettungswesens zu sein. „In Deutschland erleiden jährlich über 130.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Jede einzelne dieser Situationen ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, führte Landrat Otto Lederer aus. Er wies dabei auch darauf hin, dass nur wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden. Der Zweckverband, der nicht nur aus der Stadt und dem Landkreis Rosenheim, sondern auch aus dem Landkreis Miesbach besteht, setzt seit vielen Jahren konsequent auf das Konzept „First Responder“ und „Helfer vor Ort“. Hierbei spielt auch die Feuerwehr eine besondere Rolle. Sie kann lebensrettende Maßnahmen sofort einleiten. Die neue App des „Team Bayern“, die nun vorgestellt wurde, ist ein weiterer Schritt, um noch schneller Leben retten zu können. Die Lebensretter-App selbst lebt von einem dichten Ersthelfer-Netz, egal, ob dies Kolleginnen oder Kollegen aus den Pflegeberufen sind oder Laien, die sich in Erster Hilfe fit halten. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, diese ,Team Bayern‘-App hier in Rosenheim und in Miesbach zu installieren und zu verbreiten“, so Daniela Ludwig, Vorsitzende des Vorstandes des BRK-Kreisverbandes Rosenheim. Sie betonte auch, dass sich bereits 651 Personen diese App heruntergeladen haben. Wenn man das flächendeckend über die Stadt sowie die Landkreise Rosenheim und Miesbach hinbekommt, dass die App von den Menschen heruntergeladen wird, dann habe man wieder eine noch stärkere Rettungskette geschaffen. Denn, so betonte sie: „Leben retten geht nur gemeinsam“.
Gerhard Erlich