Traunstein – Seit dem Jahr 2024 ist der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung ein schuldenfreier Verband und notwendige Investitionen können ohne neue Schulden gestemmt werden. Solch positive Nachrichten hat der Verbandsvorsitzende und Traunsteiner Landrat Andreas Danzer in der Verbandsversammlung überbracht. Der letztlich einstimmig verabschiedete Haushalt für das Jahr 2026 sei „ein Musterbeispiel für solide Finanzen, wirtschaftliche Disziplin und strategische Weitsicht“.
Der Zweckverband erfülle „lebenswichtige Aufgaben“ in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn und Traunstein. Das „Herzstück“, die Integrierte Leitstelle Traunstein (ILS) im Gewerbepark Kaserne, betreut nach Danzer ein Gebiet von 3.750 Quadratkilometern Fläche mit über einer halben Million Einwohnern. Hinzu kommen rund sechs Millionen Übernachtungen pro Jahr aus dem Tourismus in der Region, die den Verband auch im alpinen und wasserrettungstechnischen Bereich fordern. Wörtlich stellte der Vorsitzende fest: „Die Disponentinnen und Disponenten der ILS leisten tagtäglich herausragende Arbeit.“
„Hervorragend“ ist gemäß Danzer die Haushaltssituation des Verbands. Auch im Jahr 2026 würden keine Kredite benötigt. Der Verwaltungsetat schließe ausgeglichen mit knapp 4.745.000 Euro in Einnahmen und Ausgaben. Besonders erfreulich sei: „Die reguläre Verbandsumlage für die vier Mitgliedslandkreise bleibt mit 1,44 Millionen Euro nahezu stabil. Die minimale Erhöhung um 2,8 Prozent oder 40.000 Euro ist ausschließlich der Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst geschuldet. Im bayernweiten Vergleich behält der Zweckverband weiterhin einen Spitzenplatz bei der Wirtschaftlichkeit.“
Gleichzeitig investiere der Verband im Vermögenshaushalt 2026 wieder gezielt in seine Infrastruktur, betonte Andreas Danzer. Nach einem investitionsfreien Jahr 2025 nehme man heuer wichtige Modernisierungen in Angriff. Um die vier Landkreise nicht zusätzlich zu belasten, greife man in der Finanzierung auf die „solide Rücklagesituation“ zurück. Die Allgemeine Rücklage habe dank sparsamer Haushaltsführung im vergangenen Jahr um fast 295.000 Euro auf über 1.650.000 Euro aufgestockt werden können. Diesem Polster würden die planmäßig erforderlichen 200.000 Euro für das Jahr 2026 entnommen. Im Jahr 2027 stehe der große, alle fünf Jahre turnusmäßige Hardwaretausch der Leitstellentechnik mit geschätzten Kosten von rund 2,5 Millionen Euro bevor. Der Verbandsvorsitzende unterstrich: „Wir können diese Generationeninvestition sowie die erforderlichen Modernisierungen ohne Aufnahme von Schulden und auch ohne Sonderumlagen für die Landkreise stemmen. Das schafft für deren eigenen Kreishaushalte maximale Planungssicherheit.“ Auch personell agiere der Zweckverband hocheffizient: „Der Stellenplan bleibt mit genau 39,5 Stellen im Vergleich zum Vorjahr stabil.“ Seinen Dank richtete der Vorsitzende an alle Verantwortlichen in den Verbandslandkreisen und an die Geschäftsstelle.
Verbandsgeschäftsführer Josef Gschwendner stellte Eckpunkte aus dem Zahlenwerk vor. Von der Verbandsumlage von 1.440.000 Euro entfielen auf Basis der Einwohnerzahlen 22,02 Prozent oder 317.156,91 Euro auf den Landkreis Altötting, 20,39 Prozent oder 293.613,27 Euro auf das Berchtesgadener Land, 23,66 Prozent oder 340.700,56 Euro auf den Landkreis Mühldorf am Inn sowie 33,93 Prozent oder 488.529,26 Euro auf den Landkreis Traunstein. Rechne man die Verbandsumlage auf die Einwohner um, sei der Betrag von zwei Euro im bayerischen Vergleich äußerst niedrig, unterstrich Gschwendner. Andernorts liege der Wert bei bis zu 17 Euro pro Einwohner.
„Lage ist fast
singulär im Freistaat“
Aktuell müssten viele andere Zweckverbände Neubauten realisieren, um ihren Aufgaben gerecht zu werden, fuhr der Geschäftsführer fort. Die ILS Traunstein sei im Jahr 2009 für circa 30 Millionen Euro errichtet worden. „Wir befinden uns in einer komfortablen Lage, die fast singulär im Freistaat ist. Nach fast 20-jähriger Nutzungszeit steht in der ILS eine Erneuerung der Kältetechnik mit Umstellung auf ein alternatives Kältemittel bevor. Dies ist elementar für die Kühlung der IT. Außerdem brauchen wir ein kleines neues Lagergebäude.“ Der Freistaat gebe teils Fördermittel zu den Maßnahmen. Den Eigenanteil könne der Verband jedoch aus der Allgemeinen Rücklage bestreiten. Somit könne die Verbandsumlage auch in den Folgejahren ungefähr wie bisher bleiben. Gschwendner zog das Fazit: „Wir sind finanziell gut aufgestellt, haben sowohl konservativ als auch zukunftsorientiert gewirtschaftet.“