Meilenstein für die Traumaversorgung in der Region

von Redaktion

„Jede Minute zählt“ – Klinikum in Rosenheim versorgt Schwerstverletzte aus ganz Südostoberbayern

Rosenheim – Das Romed- Klinikum Rosenheim hat die Zulassung für das Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erhalten. Wie die Romed-Kliniken der Stadt und des Landkreises Rosenheim mitteilen, müssen schwerst verletzte Patienten aus Südostoberbayern nach einem Arbeits-, Wege- oder Schulunfall damit künftig nicht mehr in ein anderes Krankenhaus verlegt werden. Das Klinikum gehört nun zu bundesweit 103 Krankenhäusern, die für dieses Verfahren zugelassen sind – 21 davon liegen in Bayern.

Das Schwerstverletzungsartenverfahren bildet laut Mitteilung die höchste Versorgungsstufe der gesetzlichen Unfallversicherung für Menschen mit besonders schweren Verletzungen. Dazu zählten etwa lebensbedrohliche Mehrfachverletzungen, schwere Schädel-Hirn-Traumata sowie komplexe Verletzungen von Becken, Wirbelsäule oder Gliedmaßen. Neben der akuten Versorgung übernehme das Klinikum künftig auch aufwendige Rekonstruktionen von Knochen, Gelenken und Weichteilen sowie die Behandlung komplizierter Folgeschäden. In speziellen Reha-Sprechstunden begleiteten die Experten des Klinikums die Patienten gemeinsam mit den Reha-Managern der Berufsgenossenschaften bis zur Rückkehr in Alltag und Beruf.

Professor Dr. Christian Zeckey, Chefarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie Rosenheim – Bad Aibling, betont die Dringlichkeit schneller Abläufe: „Bei Schwerstverletzten zählt jede Minute. Unser Ziel ist es, mit einer eingespielten Ärzte- und Pflegemannschaft sowie klaren Abläufen die bestmögliche Behandlung von Beginn an sicherzustellen.“

Noch bevor ein Patient die Klinik erreiche, begännen laut Mitteilung die Vorbereitungen: Nach der digitalen Anmeldung durch den Rettungsdienst werde das interdisziplinäre Schockraumteam in der Zentralen Notaufnahme alarmiert. Unfallchirurgie, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Anästhesie, Intensivmedizin, Radiologie, Neurochirurgie und weitere Spezialdisziplinen stünden dann innerhalb kürzester Zeit bereit. Unter der Leitung des sogenannten „Trauma Leaders“ erfolge sofort die Stabilisierung der Vitalfunktionen, während Diagnostik und Therapie parallel eingeleitet und koordiniert würden. Ein Ganzkörper-CT liefere innerhalb weniger Minuten die entscheidenden Informationen, anschließend gehe es ohne Zeitverlust in den Operationssaal oder auf die Intensivstation.

Damit diese Abläufe im Ernstfall funktionierten, trainierten Ärzte und Pflegekräfte regelmäßig gemeinsam. Hinzu komme die entsprechende technische und räumliche Ausstattung.

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