„HeimatLichter“ helfen Romed-Patienten

von Redaktion

Die OVB-Stiftung hat unter der Dachmarke „HeimatLichter“ am gestrigen Freitag eine Spende in Höhe von 7.150 Euro an die Romed-Klinik Wasserburg übergeben. Mit dem Geld wurde ein spezieller Projektor angeschafft, der Patienten mit Bildern und Musik beruhigt und deren Genesung unterstützen soll.

Wasserburg – Sanfte Klaviermusik erklingt. An der Zimmerwand öffnet sich eine Videoprojektion: Ein Weg schlängelt sich durch einen grün belaubten Wald. Klänge, Bilder, Farben: Das hat eine beruhigende Wirkung. Dies empfinden sogar Menschen so, die nicht im Krankenbett liegen: OVB-Verleger Oliver Döser und Ehefrau Michaela beispielsweise. Sie haben am Freitagmorgen (7. August) eine Spende aus der OVB-Stiftung unter der Dachmarke „HeimatLichter“ an die Romed-Klinik Wasserburg überreicht. 7.150 Euro für ein Gerät, das bereits jetzt so beliebt ist, dass es auf den Stationen im Dauereinsatz ist: ein „Qwiek.up-Projektor“.

Komplizierter Name,
einfache Handhabung

Der Name ist kompliziert, die Handhabung einfach: Auf Rollen wird der Beamer, der ausschaut wie ein Overhead-Projektor von früher, ins Patientenzimmer gerollt, ein Knopfdruck, ein paar Sekunden Warmlaufen, Programm auswählen, fertig: Musik erklingt, dazu eine Projektion, die den Blick in ein üppig gefülltes Aquarium öffnet.

Stationsleiterin Ruth Orban erklärt begeistert, was es mit diesem unscheinbaren Apparat auf sich hat: Der Projektor übermittelt Bilder und Musik, Videos und Klänge: Aufnahmen aus der Natur, sanfte Melodien, bekannte Geräusche: im Wind wiegende Felder, Meeresrauschen, Blättergeflüster. „Das hilft unseren Patienten sehr, sich zu beruhigen“, berichtet Orban.

Frisch Operierte beispielsweise, die nach dem Eingriff in der Regel eher unruhig oder in Sorge sind, finden beim Blick auf die Projektionen ihre innere Ruhe wieder, sagt die Stationsleiterin. Das helfe bei der Genesung, wirke oft genauso gut oder sogar noch besser als ein Schmerz- oder Beruhigungsmittel, erzählt die Pflegefachkraft.

Was sie besonders freut: Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, könnten mit den Projektionen und Melodien hervorragend beruhigt werden, auch in für sie ungewohnter Krankenhausatmosphäre. „Viele Videos erinnern ältere Menschen an ihre Kindheit“, stellt Orban fest. Sie berichtet von Patienten, die plötzlich entspannt liegen können, nach Stunden voller Nervosität ihr Lächeln wiederfinden.

Begleitet von sanften Melodien oder ablenkenden Bildern lassen sich nach ihrer Erfahrung auch Patienten oft gut behandeln: Der Verbandswechsel werde leichter, wenn die Nerven beruhigt seien. Sogar das Essen funktioniere mit sanfter Musikbegleitung besser. Und wer vor lauter Unruhe und kreisenden Gedanken schlecht schlafen könne, dem gelinge es mit Begleitung von Bildern und Klängen oft viel leichter. „Spätestens nach zwei Stunden schlafen eigentlich alle“, sagt Orban.

Es gebe jedoch nicht nur beruhigende Effekte, betont der Pflegedienstleiter von Romed Wasserburg, Simon Brunnlechner. Der „Qwiek.up-Projektor“ könne auch eine belebende Wirkung entfalten: durch schnellere Bilder-Abfolgen und eher mitreißende Konzertausschnitte. Auf dem Prototyp sind beispielsweise Stücke des Geigers André Rieu zu hören.

Auch wissenschaftliche Studien belegen nach Angaben von Judith Hantl-Merget, Pflegedirektorin im Romed-Verbund, die positive Wirkung des Geräts, das an allen Standorten zum Einsatz kommen soll. In Rosenheim ist nach ihren Angaben sogar ein Versuch auf der Intensivstation geplant.

Die erfahrene Pflegemanagerin, seit über 40 Jahren im Gesundheitsdienst tätig, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig für die Genesung neben der medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Leistung auch die Kraft der Seele ist. „Leider geht es in unserem Gesundheitssystem heute vor allem um Fallpauschalen, Kennzahlen und Kosten. Dabei steckt hinter jeder Diagnose auch ein Schicksal. Teure Medizin ist wichtig, doch manchmal wird dabei vergessen, den Betroffenen auch als Mensch mit seinen Gefühlen zu sehen. Es gibt einfache Dinge, die ihn emotional abholen und die eine große heilende Mitwirkung haben“, betont sie. Ein solches Instrument sei nachweislich der „Qwiek.up-Projektor“.

„HeimatLichter“
erhellen die Region

„Wir sind sehr froh, dass wir helfen können, dieses Mal im Norden des Landkreises“, sagt Verleger Oliver Döser. Mit Ehefrau Michaela, die ihn als Mitglied im Stiftungsrat unterstützt, möchte er über die OVB-Stiftung unter der Dachmarke „HeimatLichter“ Anschaffungen unterstützen, welche die Kostenträger im Gesundheitssystem nicht übernehmen.

Diesem Ziel hat sich auch der Förderverein Romed Kliniken e.V. verschrieben, der die Spende im Namen der Klinik entgegennimmt. Vorsitzende Hantl-Merget gibt den Dank auch an die OVB-Leser weiter. Sie haben in den vergangenen Jahren schon viel bewegt: Bei der Weihnachtsspendenaktion der OVB-Heimatzeitungen, die seit 2025 unter der Dachmarke „HeimatLichter“ läuft, spenden sie jährlich bis zu einer Million Euro für wohltätige Großprojekte in der Region. Erst jüngst flossen Spendengelder in zwei Spezialfahrzeuge des BRK in Rosenheim und Mühldorf. In Wasserburg unterstützte die Weihnachtsspendenaktion den Bau einer Intensivwohngruppe für Menschen mit schwersten Behinderungen auf dem Gelände der Stiftung Attl.

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