Ludwig warnt vor neuen Gefahren

von Redaktion

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am späten Dienstagabend auf dem Flughafen Leipzig/Halle hat die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig vor steigenden Risiken gewarnt. Sie sprach von einer neuen Form hybrider Gefahren. Gegenmaßnahmen sind bereits angelaufen – auch in Bayern.

Rosenheim/Leipzig – Es war ein Schock für Deutschlands Sicherheitsexperten: Am Flughafen Leipzig/Halle wurde in der Nacht auf den 5. August eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt. Und zwar direkt neben einem ukrainischen Flugzeug. Ein Mitarbeiter war zufällig auf das Flugobjekt gestoßen und brachte es laut Berichten mit einem Fußtritt zum Absturz. Ein zweites Flugzeug kollidierte nach dem Start außerdem mit einem kleineren Flugobjekt – möglicherweise einer zweiten Drohne.

Steigende Intensität
bei Zwischenfällen

Die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, gibt Alarm. Es ist ein „sehr ernster, sicherheitsrelevanter Vorfall“. Der Zwischenfall mache deutlich, „dass sich die Sicherheits- und Bedrohungslage in Deutschland zunehmend verändert und wir uns auf neue Formen hybrider Gefahren einstellen müssen“. Deshalb habe das Innenministerium die Gefährdungslage bereits frühzeitig von einer abstrakten zu einer hohen hochgestuft. „Es gilt maximale Aufmerksamkeit, insbesondere weil sich derartige Vorfälle mit steigender Intensität abspielen.“

Polizeibeamte suchten auf den Feldern im Bereich des Flughafens Leipzig/Halle zuletzt nach Trümmern der möglichen zweiten Drohne. Ermittlungen laufen auch in andere Richtungen. Deshalb seien Spekulationen oder Mutmaßungen über mögliche Hintergründe oder Verantwortliche zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz, sagt Ludwig dem OVB. „Entscheidend ist, dass der Sachverhalt vollständig aufgeklärt wird und die zuständigen Sicherheitsbehörden dabei die notwendige Unterstützung erhalten.“

Bereits am 18. Juli hatte Innenminister Dobrindt vor einer verschärften Sicherheitslage in Deutschland gewarnt. Der Vorfall zeige, wie wichtig es sei, den Schutz des Landes „kontinuierlich an neue hybride Bedrohungen“ anzupassen, sagt Ludwig jetzt.

Moderne Technologien eröffneten Möglichkeiten für beide Seiten – „leider auch für diejenigen, die unsere Sicherheit gefährden wollen“. Gefahren zu erkennen und abzuwehren, sei das Gebot. Bayern setze da bereits Akzente, beispielsweise mit einem Kompetenz- und Abwehrzentrum für Drohnen. Dieses Zentrum befindet sich in Erding. Erst Anfang Mai war es von Ministerpräsident Markus Söder und von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eingeweiht worden. Zudem werde gezielt in moderne Fähigkeiten zur Drohnenabwehr und in die enge Zusammenarbeit von Polizei, Bundeswehr, Wissenschaft und Wirtschaft investiert, sagte Ludwig.

Noch will sich niemand zu möglichen Verdächtigen äußern. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem „hybriden Anschlagsszenario“, das auf hochprofessionelle Täter zurückgehe, und schloss „fremde Mächte“ als Drahtzieher nicht aus.

Leipzig ist ein wichtiges Drehkreuz für Nachschub der NATO in Richtung Ukraine. Wohl nicht umsonst war die Drohne zu einem ukrainischen Flugzeug gelenkt worden. Viele Experten sehen Russland hinter dem Anschlag. Beladen war das Fluggerät mit Semtex, einem Plastiksprengstoff, der schon mehrmals bei Attentaten eingesetzt wurde – so 1988 bei dem Terroranschlag von Lockerbie.

Gerät nun Oberbayern ins Visier der Drohnen-Terroristen? Ein wichtiger Player der Waffenindustrie befindet sich in Aschau am Inn. Dort fertigt Rheinmetall Treibladungen für Munition. „Die NATO ist nicht kampffähig ohne dieses Werk“, sagte Rheinmetall-CEO Armin Papperger kürzlich bei der Grundsteinlegung für ein neues Werk.

Was man an Maßnahmen zur Ermittlung und zu Interventionen bei Drohnen-Vorfällen habe, überprüfe und entwickle man ständig, heißt es seitens des Polizeipräsidiums. Bei schutzwürdigen Objekten stehe die Polizei in ständigem Austausch mit den jeweiligen Betreibern.

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