Nicklheimer Filze gleicht einem Pulverfass

von Redaktion

Drei Moorbrände binnen weniger Tage – Feuerwehr muss intensiv wässern, um Waldbrände zu verhindern

Raubling – „Die Situation ist extrem gefährlich“, warnt Kreisbrandrat Richard Schrank. „In den Nicklheimer Filzen hat sich das Feuer fast im Schritttempo ausgebreitet.“ Nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehren konnte ein großflächiger Waldbrand verhindert werden. Binnen weniger Tage mussten die Feuerwehren der Gemeinde Raubling dreimal zu Bränden im Moor ausrücken. Mit großem Personalaufwand, viel Löschwasser und kräftezehrender Handarbeit gelang es, die Brände unter Kontrolle zu bringen.

Glut fraß sich
durch den Torfboden

„Die Lage ist sehr angespannt“, sagt auch Mathias Patsch, Kommandant der Nicklheimer Feuerwehr. Die anhaltende Trockenheit hat Boden und Vegetation im Moor stark ausgedörrt. Bereits am Nachmittag des 26. Juli mussten die Einsatzkräfte einen Schwelbrand in einem Waldstück in Richtung Pang bekämpfen.

„Am Wurzelstock eines Baumes fanden wir Spuren, die darauf hindeuteten, dass es dort gebrannt haben musste“, berichtet Patsch. Zum Glück trafen die Raublinger und Nicklheimer Kameraden rechtzeitig ein, bevor sich der Brand weiter ausbreiten konnte. Die Glut hatte sich schon in alle Richtungen durch den Torf gefressen. „Wir mussten den Boden tief aufgraben, die Glutnester freilegen, ablöschen und die Brandstelle anschließend intensiv wässern“, schildert der Kommandant. Um ein erneutes Aufflammen auszuschließen, kontrollierten die Einsatzkräfte den Bereich anschließend fortlaufend mit einer Wärmebildkamera.

Wenige Tage später, am Mittag des 30. Juli, brannte es erneut. Wieder war ein Bereich der Nicklheimer Filzen in Richtung Pang betroffen – diesmal auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern. „In solch abgelegenen Gebieten ohne Wasserversorgung und mit engen Zufahrtswegen ist es entscheidend, schnell eine ausreichende Löschwasserversorgung aufzubauen“, beschreibt der Kreisbrandrat die Herausforderung des Einsatzes.

Unterstützung erhielt die Nicklheimer Feuerwehr von den Wehren aus Raubling, Großholzhausen, Reischenhart und Bad Aibling sowie aus Feldkirchen-Westerham mit einem 10.000-Liter-Wechsellader. Im Pendelverkehr wurde das Löschwasser zur Einsatzstelle transportiert. So gelang es den Einsatzkräften, die Brand- und Glutnester abzulöschen und ein Übergreifen des Feuers auf weitere Waldflächen zu verhindern.

„Der trockene Torfboden ist sehr dicht. Deshalb muss er zunächst mit Werkzeug aufgebrochen werden, bevor die Glutnester wirksam gelöscht werden können“, erklärt der Nicklheimer Kommandant Mathias Patsch. Auch nachdem der Brand gelöscht war, kontrollierten die Einsatzkräfte die Fläche über Stunden hinweg mit Wärmebildkameras, um ein erneutes Aufflammen auszuschließen.

Eine eindeutige Brandursache ließ sich in den Nicklheimer Filzen nicht feststellen. „Die Brandstellen lagen jeweils so weit von der Straße entfernt, dass der Straßenverkehr oder eine achtlos weggeworfene Zigarette als Ursache eher unwahrscheinlich sind“, sagt Patsch. Auffällig sei allerdings, dass sich alle Brände in der Nähe von Wurzelstöcken entwickelt hätten. Da sich Glut im Torfboden ausbreitet, lasse sich der eigentliche Brandherd im Nachhinein nicht bestimmen.

Blitzeinschlag als
mögliche Ursache

Am Dienstag (4. August) kam es im Raublinger Moor erneut zu einem Brand – bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage. Diesmal war der Bereich Spöck betroffen. Als Ursache wird ein Blitzeinschlag vermutet. Darauf deutet ein stark beschädigter Baum in unmittelbarer Nähe des Brandherdes hin, erklärt Kreisbrandinspektor Martin Gruber. „Es war ein großes Glück, dass ein Landwirt die Rauchentwicklung am Boden rechtzeitig bemerkt hat.“

Die Feuerwehr Großholzhausen wurde alarmiert und rückte zur Brandstelle aus. „Wir haben den Boden im betroffenen Bereich großflächig geöffnet, die Glut abgelöscht und die Fläche anschließend intensiv gewässert“, berichtet Kommandant Julian Gruber. Warum der sandige Boden nahe der Einschlagstelle zu glimmen begann, bleibt für die Einsatzkräfte jedoch ein Rätsel. Kathrin Gerlach

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