Rosenheim – Fast neun Flugstunden hat die Hagelabwehr Rosenheim an einem einzigen Wochenende in der Luft verbracht, um schwere Gewitter und Hagel abzuwehren. Wie das Landratsamt Rosenheim mitteilt, war die Hagelabwehr am vergangenen Wochenende, 1. und 2. August, im Dauereinsatz. Vor allem das Inntal, aber auch Teile des Landkreises Rosenheim seien von schweren Gewittern und Hagel bedroht gewesen.
Ein besonders intensiver Einsatz fand am Sonntag statt: Bis zu zwei Stunden seien die Piloten an diesem Tag in der Luft gewesen und hätten an derselben Gewitterzelle gearbeitet. Auch am vergangenen Mittwoch sei eine Gewitterzelle aus dem Inntal in Richtung Norden über die Orte Achenmühle, Riedering und Söllhuben gezogen. In Riedering seien daraufhin Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern gemeldet worden. Die Gewitterzelle habe sich nur langsam entwickelt und sei nahezu ohne Bewegung an Ort und Stelle verharrt, habe dann jedoch deutlich an Dynamik und Geschwindigkeit gewonnen. Die Hagelflieger hätten sie auf Höhe Stephanskirchen abgefangen und mit dem Ausbringen von Silberjodid begonnen.
Bereits nach wenigen Minuten habe die Maßnahme Wirkung gezeigt, wie es weiter heißt. Im weiteren Verlauf seien keine Hagelmeldungen mehr eingegangen, obwohl die Gewitterzelle vom Boden aus weiterhin eindrucksvoll ausgesehen habe.
Nicht jeder vorbereitete Einsatz führe jedoch auch zu einem Start, erklärt Andrea Lindner, Leiterin der Rosenheimer Hagelflieger: „Unsere Piloten sind nicht nur im Einsatz beschäftigt, sondern verfolgen die Wetterlage an ihren Bereitschaftstagen quasi schon beim Zähneputzen. Es gibt Tage in der Hagelabwehr, an denen bereits morgens klar ist: Da kommt was. Das Potenzial für schwere Gewitter mit Regen, Wind und Hagel liegt in der Luft. Dann sind die Piloten bereit.“ Doch während die Flieger in den vergangenen Tagen im Dauereinsatz waren, habe es im Juli immer wieder Tage gegeben, an denen der Einsatz kurz vor dem Start doch noch mit Blick auf das Radarbild und in Absprache mit Meteorologen abgebrochen worden sei. „Dann heißt es, die Flugzeuge wieder einzuräumen und auf den nächsten Alarm zu warten“, so Lindner.
Über die App „RO-BERTA“ und einen Livestream auf Youtube lassen sich die Einsatzflüge der Maschine mit dem Kennzeichen D-GITY live mitverfolgen.