Griesstätt/Rott – Sie ist als Unfallschwerpunkt bekannt: die Abzweigung nach Griesstätt an der B15. Nun werden die Weichen gestellt, dass der Verkehr künftig sicherer fließen kann. Das Staatliche Bauamt Rosenheim errichtet seit dem heutigen Montag an der Stelle eine Ampel. In Griesstätt und auch im Nachbarort Rott spaltet die geplante Anlage jedoch weiterhin die Gemüter.
Vertreter der beiden Gemeinden hatten lange um einen Kreisverkehr gekämpft. Die Freien Wähler aus Rott hatten Anfang des Jahres gar eine Petition für einen Kreisel bei der Einbiegung auf die B15 gestartet. 4.000 Personen haben diese unterschrieben. Doch am Ende ist die Initiative, die auch Sepp Lausch, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, unterstützt hatte, im Landtag gescheitert.
Ampel soll B15-Kreuzung
bei Griesstätt entschärfen
Und jetzt kommt sie also, die Ampel. „Diese Entscheidung ärgert und enttäuscht mich“, unterstreicht Nepomuk Poschenrieder von den Freien Wählern Rott. Hier sei aus dem Beamtenapparat heraus eine Entscheidung getroffen worden, die sich „über den klar erkennbaren Willen der Bürger hinwegsetzt“. Für den Lokalpolitiker ein fatales Signal. Wenn der Bürgerwille übergangen werde, fördere das die Politikverdrossenheit. „Es ist keine Sternstunde für Politik und Verwaltung.“
Der Kreisel wäre für Poschenrieder nach wie vor die klar bessere Option gewesen. „Ein Kreisverkehr hätte den Verkehr kontinuierlicher und mit geringerer Geschwindigkeit durch den Knotenpunkt geführt“, betont der Gemeinderat. „Bei einer Ampel entstehen dagegen zwangsläufig Haltephasen und Rückstaus.“ Der Rotter rechnet daher insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten mit erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Zwei Monate werden zunächst einmal die Bauarbeiten an der Abzweigung nach Griesstätt andauern, bis die Ampel steht. Das teilte das Staatliche Bauamt Rosenheim mit. Zunächst werden im Kreuzungsbereich die für den Bau der Ampel notwendigen Verkehrsinseln erstellt, erklärt die Behörde. Im Anschluss soll die Anlage errichtet und in Betrieb genommen werden. Außerdem müssten Anschlussbereiche hergestellt und die Fahrspuren angepasst werden. Während des Umbaus der Kreuzung soll eine provisorische Verkehrsampel den Verkehr regeln.
Poschenrieder rechnet auf jeden Fall damit, dass die Baustelle den Verkehrsfluss beeinträchtigen wird. Er blickt vor allem auf die Hauptverkehrszeiten mit Skepsis. „Ich hoffe, dass der Ausweichverkehr durch Rott nicht zu stark zunimmt. Sollte dies dennoch geschehen, muss die Verkehrssituation eng beobachtet und gegebenenfalls nachgesteuert werden“, fordert der Gemeinderat.
Etwas anders beurteilt Anton Strahlhuber (Bürger für Griesstätt), neuer Rathauschef von Griesstätt, die Situation. „Ich war zuerst auch ein Verfechter des Kreisverkehrs“, betont er. Doch je mehr er sich mit der geplanten Ampelanlage beschäftige, umso sinnvoller erscheine sie ihm doch. „Die Abzweigung nach Griesstätt ist solch eine unübersichtliche Stelle“, erinnert er. Alle bisherigen Maßnahmen, wie das Einbauen von Leitschwellen oder die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Stundenkilometer im Kreuzungsbereich, hätten wenig Erfolg gebracht. So ist Strahlhuber froh, dass nun schnell eine Lösung kommt. „Ich freue mich jetzt auf die Ampel“, erklärt er. „Lieber haben wir jetzt eine Ampel als einen Kreisverkehr in zehn Jahren.“
Zudem sei er mittlerweile überzeugt, dass der Verkehr durch die Ampel besser fließen könnte als durch einen Kreisverkehr. Ihm sei versichert worden, die Anlage werde über eine bedarfsgerechte Schaltung verfügen. Sogenannte Induktionsschleifen im Asphalt und Sensoren sollen die Schaltung optimieren. Wartezeiten vor allem für Autofahrer, die aus Richtung Griesstätt kommen, sollen verkürzt werden. So ist Strahlhuber optimistisch, dass die Anlage gut funktionieren werde.
Das Staatliche Bauamt Rosenheim habe alle verkehrlichen Möglichkeiten geprüft, teilt Ursula Lampe, Pressesprecherin der Behörde, mit. Nach Abwägung aller Optionen und in enger Abstimmung mit weiteren behördlichen Stellen hat sich das Amt für den Bau einer Ampel entschieden. Entscheidend war für das Bauamt, schnell eine Lösung zu finden.
„Die Ampel ermöglicht, einen bekannten Unfallschwerpunkt rasch zu entschärfen“, unterstreicht Lampe. Die Anlage soll dafür sorgen, „dass schwere Verkehrsunfälle an dieser Stelle der Vergangenheit angehören.“ Die Kosten für den Umbau und die Entschärfung des Unfallschwerpunkts belaufen sich den Angaben zufolge auf rund 710.000 Euro. Diese trage der Bund.