Streit um die A8 voll entfacht – Kommunen fordern dringend sechs Spuren

von Redaktion

Autobahn-Gesellschaft hatte nur noch von Standstreifen mit Freigabe-Option gesprochen – Daniela Ludwig: „Der Ausbau muss kommen!“

Rosenheim/Chiemgau/ Berchtesgadener Land – Laut Autobahn-Gesellschaft soll der sechsspurige Ausbau der A8 zwischen Grabenstätt und Landesgrenze vom Tisch sein, lediglich ein Standstreifen mit Option zur Seitenstreifen-Freigabe hinzukommen. Der Widerspruch des bayerischen Verkehrsministeriums kam alsbald und wurde auch vom Bund bestätigt. Deren Aussage: Noch gelte nach wie vor der Bundesverkehrswegeplan, in dem die A8 planmäßig auf sechs Spuren plus Standstreifen erweitert werden soll.

Der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (FW) hält einerseits die A8 für „unverzichtbar für die Wirtschaft und Menschen der Region“. Er habe sich daher für einen sechsspurigen Ausbau ausgesprochen. Schließlich sei der Streckenverlauf fast 100 Jahre unverändert geblieben. Zugleich wendet Danzer ein, er sei ein Freund pragmatischer Lösungen: Dass die Autobahn GmbH nun zu diesem Ergebnis komme, nur Standstreifen zu bauen, sei zu akzeptieren. „Gleichzeitig stehen aber der Bundesverkehrsminister als auch der bayerische Verkehrsminister weiter hinter dem sechsspurigen Ausbau – das begrüße ich sehr“, so der Traunsteiner Landrat. Er verweist auf die Verkehrssicherheit, wegen der bei dem Projekt etwas vorangehen müsse, „statt immer weitere Zeit in große Konzepte zu verlieren“.

„Der Lärmschutz hat für mich oberste Priorität!“, sagt Markus Winkler (CSU), Bürgermeister der Gemeinde Anger. Denn der malerische Ort liegt in unmittelbarer Nähe zur Autobahn. „Ich bin irritiert über den ganzen Vorgang“, sagt Winkler angesichts des Streits um den Ausbau und die unterschiedlichen Aussagen von Autobahn GmbH und Politik. Er sorgt sich um seine Gemeinde, zumal Anger „ganz massiv“ vom Ausweichverkehr bei Stau betroffen sei und auch die Durchfahrverbote nicht die erhoffte Erleichterung gebracht haben.

Auch für die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Innenministerium, Daniela Ludwig (CSU), hat der sechsspurige A8-Ausbau Priorität. Denn: „Sie ist veraltet, hat baufällige Brücken, auf vielen Abschnitten keinen Standstreifen und ist insbesondere im Hinblick auf die Verkehrssicherheit nicht mehr zeitgemäß.“ Fast jedes Wochenende leide die Bevölkerung unter von Ausweichverkehren blockierten Ortsdurchfahrten. „Deshalb heißt es für mich: Der Ausbau muss kommen, und zwar so schnell wie möglich.“

Die Auffassung der Autobahn GmbH wertet Ludwig nicht als „Planungsstopp“, zunächst seien eben die Brücken dran. Der sechsstreifige Ausbau der A8 zwischen Rosenheim und dem Grenzübergang Walserberg sei nach wie vor im aktuellen Bundesverkehrswegeplan in verschiedenen Dringlichkeitsstufen enthalten, so Ludwig weiter. „Das ist nach wie vor Rechtslage, die Überarbeitung steht im Jahr 2030 an.“ Heidi Geyer

Artikel 2 von 9