Rosenheim/Traunstein/ Mühldorf – In Mühldorf gibt es einen Tag vor der partiellen Sonnenfinsternis keine Brillen mehr bei den Optikern. Sowohl MATT optik, Apollo als auch Fielmann sind ausverkauft. Auch beim Augenzentrum Mühldorf und bei Hetzl und Hirsch sind sie ausverkauft. Somit gibt es insgesamt am Stadtplatz in Mühldorf keine Brillen mehr.
Unmissverständlich ist die Botschaft an der Eingangstür von Augenoptik Schmetterer in Prien am Chiemsee: „Sonnenfinsternis-Brillen sind AUSVERKAUFT!!!“ Die 25 bis 30 Sehhilfen seien bereits vergangene Woche Freitag vergriffen gewesen, wie eine Mitarbeiterin auf Nachfrage sagt.
Andreas Trepl, der Eigentümer von Optik Trepl in Traunstein, meint, dass sie mit Anfragen nach den Brillen überrannt wurden. Sie hatten 300 Brillen, seit vergangenen Montag seien sie ausverkauft.
In Bad Reichenhall bei Optik Zorzi sind die Brillen ebenfalls ausverkauft.
Situation hat am Montag
„überhand genommen“
Bei den Optikern in Rosenheim ist die Verfügbarkeit der Sonnenfinsternisbrillen am 11. August, einen Tag vor der Sonnenfinsternis, stark begrenzt. Auf telefonische Anfrage der Redaktion bestätigten mehrere Optiker, dass sie keine zertifizierten Brillen für das Ereignis mehr haben würden, wie der Optiker Häckl und das Geschäft Luitpold Optik. An der Tür der FielmannFiliale hängt bereits ein Schild, dass die Brillen nicht mehr verkauft werden.
Ein Mitarbeiter des Optikergeschäfts Fegg Augenoptik sagt, dass die Situation „überhand genommen“ habe. Viele hätten sich erst am Montag um den Augenschutz gekümmert, weshalb es da zu einem hohen Ansturm gekommen sei. Er wisse auch nicht, wo man die Brillen noch nachbestellen könne. „Sonst würde ich da bestellen“, sagt er lachend.
Es gibt aber noch Hoffnung für die Fans der Sonnenfinsternis in Rosenheim: Ein Geschäft hat trotz der großen Nachfrage eine Nachlieferung der begehrten Brillen ergattert. „Ich bin 300 Kilometer dafür gefahren“, sagt Andreas Wilhelm von dem Optiker „Wilhelm – Sie werden sehen“. Am heutigen Mittwoch verkauft das Geschäft in der Innstraße noch mal 1.000 zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen – es ist dann die derweil bereits dritte Lieferung, denn der erste Schwung war bereits am gestrigen Dienstag vergriffen. Über Instragram hatte sich die Nachricht über eine erneute Verfügbarkeit in Windeseile verbreitet. Für Wilhelm hieß das: zurück auf die Autobahn, Nachschub heranschaffen.
Eine Mitarbeiterin von MATT Optik meldet sich direkt am Telefon mit „Wir haben keine Sonnenfinsternis-Brillen mehr“. Lachend sagt sie zu dem Andrang: „Wir führen optikerübergreifend Strichlisten.“ Sie nehme das starke, aber zu späte Interesse mit Humor.
Besser sah es zunächst bei Bücher Herzog und der „Sicht.Werkstatt“ in Ampfing aus, wo die Brillen erhältlich waren. Aber auch dort sind inzwischen alle Exemplare ausverkauft. „Bei uns ist das Telefon heißgelaufen. Wir hatten 100 Brillen geordert und hätten sicherlich mehr als dreimal so viele verkaufen können“, erzählt Johannes Schlenker.
Kurzfristig noch eine Chance auf eine „SoFi“-Brille in Waldkraiburg? Fehlanzeige. Weder bei Matt-Optik noch bei Apollo-Optik waren die speziellen Brillen zu bekommen. Ebenso im Optik-Geschäft „by Eder“ gingen Interessierte leer aus. „Bei den letzten beiden partiellen Sonnenfinsternissen hatte keiner Interesse. Der Großhändler hatte dieses Mal keine Brillen angeboten“, erklärt Manuel Hochholzer.
Schutz auch für
Kameras notwendig
Hochholzer warnt allerdings eindringlich davor, die Sonnenfinsternis ohne geeigneten Schutz zu beobachten. „Nur mit einem Filter lässt sich die Sonnenfinsternis anschauen.“ Das gilt ebenfalls für das Fotografieren: Auch die Kamera braucht einen entsprechenden Schutzfilter. „Mein Schwiegervater hatte eine partielle Sonnenfinsternis mit der Spiegelreflexkamera ohne Filter fotografiert. Die Kamera war danach kaputt“, so Hochholzer. Das Objektiv wirkt wie ein Brennglas, wodurch der Kamerasensor beschädigt werden kann.
Professor Dr. Elmar Junker, Leiter der Sternwarte der TH Rosenheim, warnt gleichermaßen davor, dass man im Extremfall seine Kamera beschädigen könne. „Das hängt davon ab, ob der Chip der Kamera das aushält, ob Sie da eine Belichtungszeit einstellen können, die so kurz ist“, sagt er. „Gute Handys, die können vielleicht eine Zweitausendstel belichten“, meint er. Damit könne man das Spektakel festhalten. Allerdings sollte man auch hier nicht zu lange die Kamera auf die Sonne halten, da es sonst zu Schäden an der empfindlichen Technik kommen könnte.