Apotheke des Himmels

von Redaktion

Wie viele andere richte ich jedes Jahr meinen Kräuterbüschel für das Fest Mariä Himmelfahrt. Wenn Blumen und Kräuter in der Kirche gesegnet werden, ist das keine Magie. Für mich steckt darin vielmehr eine tiefe Einsicht: Unsere Gesundheit und unser Leben liegen nicht allein in unserer Hand. Natürlich können wir selbst etwas dafür tun. Und wir dürfen dankbar sein für das Wissen und Können der Menschen in den medizinischen Berufen. Doch zugleich hält die Schöpfung vieles bereit, was uns gut tut, uns stärkt und heilen kann. Unser Leben ist eingebettet in eine Welt, die wir nicht selbst gemacht haben und die wir letztlich nicht unserer eigenen Kraft verdanken. Die vielen Kräuterbüschel in unseren Kirchen sind deshalb für mich auch Zeichen von Schönheit, Lebensfreude und Dankbarkeit. Sie erinnern daran, dass Heilung immer auch ein Geschenk ist. Im Klostergarten von Frauenwörth im Chiemsee haben die Ordensfrauen über Jahrhunderte Kräuter und Blumen gehegt und gepflegt. Für mich ist dieser Garten ein Stück „Apotheke des Himmels“: Ein Ort, an dem sichtbar wird, wie reich die Schöpfung ist – und wie Gott uns manchmal ganz unscheinbar begegnet: in einer Blüte, einem Duft, einem Blatt, einem heilenden Kraut.Foto Hannelore Maurer

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