„Kurz vor knapp“ – Feuerwehr verhindert Waldbrand

von Redaktion

122 Einsatzkräfte vor Ort – Hütte in Bad Endorf ausgebrannt – Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich

Bad Endorf – Auch Stunden später liegt noch Rauch in der Luft. Man könnte glatt meinen, jemand in der Nähe hat ein Lagerfeuer entzündet. Gelegentlich kräht ein Hahn, der nebenan in einem der Schrebergärten lebt. Sonst ist es ruhig. Doch die Bilder aus Ströbing bei Bad Endorf zeichnen ein dramatischeres Bild. Von der kleinen Halle, die hier einmal stand, ist so gut wie nichts mehr übrig. Zwischen verbrannten Holzbalken, einem komplett geschmolzenen Plastikkanister und Unmengen an Heu finden sich nur noch ein paar Überreste von Maschinen und Werkzeug. Eine Schubkarre liegt umgekippt im Schutthaufen. Die ehemalige Dachrinne der Hütte hängt windschief an einem verkohlten Baum.

Auch die Bäume am Waldrand sind angekokelt. Dass es in der Nacht auf gestern, Mittwoch, nicht zu einem größeren Waldbrand kam, war Glück im Unglück. „Es war kurz vor knapp“, sagt Georg Sommer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Antwort und Einsatzleiter, am nächsten Tag dem OVB an der Einsatzstelle. So habe die Feuerwehr als Erstmaßnahme den Wald abgeschirmt und dann den Brand an der Hütte gelöscht. Alarmiert wurde die freiwillige Feuerwehr um 0.20 Uhr – laut Melder zu einem Waldbrand. Und auch aus Antwort – welches am Hang unter der betroffenen Hütte liegt – habe man auf den ersten Blick vermuten können, dass der Hang in Flammen stehe. Wie sich aber an der Einsatzstelle herausstellte, war „nur“ die Hütte betroffen. Menschen oder Tiere kamen nicht zu Schaden. Dennoch war der Einsatz riesig. Insgesamt waren elf freiwillige Feuerwehren mit 122 Einsatzkräften, vier Rettungsdienstbesatzungen, das Technische Hilfswerk und Polizeibeamte der Polizeiinspektion Prien am Chiemsee sowie des Kriminaldauerdienstes der Kripo Rosenheim vor Ort. Was die Ursache für das Feuer war, das kann die Polizei derzeit noch nicht sagen. Die Ermittlungen laufen.

In Bad Endorf war jedenfalls die Aufregung groß. Das schildern mehrere Passanten am gestrigen Mittwochvormittag. „Ich habe die Sirenen heute Nacht gehört“, berichtet eine Spaziergängerin. „Wir haben hier mal unseren Kater gesucht“, erzählt der Bad Endorfer Gunter Clausnitzer. „Sonst hätte ich gar nicht gewusst, dass hier eine Hütte war.“ Er ist morgens mit seinem Fahrrad los, um nachzusehen, was denn nachts los war. Seine Partnerin wurde von den Feuerwehrsirenen geweckt.

Die meisten Spaziergänger, die an diesem Tag am Waldstück ihre Runden drehen, laufen wohl ahnungslos am Unglücksort vorbei. Die anliegenden Schrebergärten, die man vom Spazierweg aus sehen kann, kamen glimpflich davon. Lediglich dort angebautes Gemüse sowie Himbeersträucher und Zäune wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Doch auch nach der langen Nacht und dem Einsatz, der bis circa 4 Uhr morgens andauerte, war die Gefahr noch nicht gebannt. Denn in der Hütte befand sich eine große Menge Heu. Diese wurde zwar noch nachts von einem Bagger zerteilt, um Glutnester beseitigen zu können. Alles konnte aber nicht gelöscht werden, wie sich auch am gestrigen Mittwochvormittag zeigt.

Immer wieder tritt aus kleinen Stellen im Heu Rauch aus. Dementsprechend muss die Feuerwehr die Unglücksstelle auch weiterhin überwachen. „Das wird uns heute und auch die kommenden Tage noch beschäftigen“, schildert Sommer vor Ort. Bei einer Messung mit der Wärmebildkamera zeigt sich auch, wie wichtig diese Überwachung ist. „250 Grad hat es hier noch“, berichtet eine Kameradin. Somit wird an diesen Stellen noch einmal nachgelöscht, um ein weiteres Unglück zu verhindern.

Patricia Huber

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