Wir Menschen sind unterschiedlich. Der eine braucht für eine Entscheidung fünf Minuten, der andere fünf Tage. Einer denkt laut und leidenschaftlich, eine andere erst einmal still vor sich hin.
Auch der engste Kreis um Jesus war eine erstaunlich bunte Truppe. Im Evangelium vom kommenden Sonntag fragt Jesus seine Freunde: „Für wen halten die Leute den Menschensohn?“ Petrus antwortet sofort voller Überzeugung: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Petrus ist leidenschaftlich und spontan, aber manchmal auch vorschnell.
Neben ihm stehen der hinterfragende Thomas und Matthäus, der gebildete Zöllner, sowie einfache Fischer wie Andreas und Johannes. Menschen mit unterschiedlichen Begabungen, Temperamenten und Lebensgeschichten. Jesus hat sich keine Mannschaft zusammengestellt, in der alle gleich ticken.
Er hat Verschiedenheit nicht als Störung gesehen, sondern als Stärke. Jeder durfte seinen Platz finden. Für mich persönlich liegt darin auch eine Botschaft für unser Zusammenleben: Wir brauchen den Schnellen und den Langsamen, den Einfachen und die Intellektuelle, den leidenschaftlichen Macher und die stille Träumerin. Den, der sofort eine Idee hat, und die, die erst einmal zuhört. Ausgerechnet Petrus, diesen Menschen mit Ecken, Kanten und Fehlern bezeichnet Jesus als Felsen, auf den er seine Kirche bauen will.
Vielleicht ist das Gottes Antwort auf unsere Sehnsucht nach perfekter Gemeinschaft: Nicht Perfektionismus und Gleichförmigkeit trägt, sondern Verschiedenheit, die zusammenfindet – und die Schöpfung zeigt mir jeden Tag, dass Gott die bunte Mischung liebt.