Bad Aibling – Für Veranstalter und Polizei war es eine gelungene Großveranstaltung. Das Echelon Festival 2026 in Bad Aibling verlief am vergangenen Wochenende überwiegend störungsfrei. An der positiven Bilanz änderten bei der Größenordnung – rund 30.000 Menschen feierten in Mietraching – auch einzelne Straftaten und Ordnungswidrigkeiten nichts, wie die Polizei im Nachgang erklärte. Neben zahlreichen Polizeibeamten und Rettungskräften waren auf dem ehemaligen US-Kasernengelände auch Mitarbeiter des Zollamtes im Einsatz. Einsatzkräfte des THW Bad Aibling hatten hierfür Zelte für eine fachgerechte Kontrollstelle aufgebaut.
Spürhunde im Einsatz
Zahlreiche Zoll-Einsatzkräfte der Kontrolleinheit Verkehrswege hatten dort am vergangenen Freitag und Samstag Fahrzeuge gestoppt, die zum Festivalgelände einfuhren. „Das Augenmerk legten sie dabei auf Besucher, die aus dem Ausland angereist waren“, teilt nun das Hauptzollamt Rosenheim mit. Dabei sei es zu mehreren Aufgriffen von Rauschgift, Aufputschmitteln sowie verbotenen Waffen gekommen. Spürhunde hätten wiederholt angeschlagen, wodurch die Zöllner „eine ganze Bandbreite an Rauschgift“ feststellen konnten. Gefunden habe man bei den kontrollierten Techno-Fans Drogen-Mengen, die in der Regel offensichtlich für den jeweiligen Eigenverbrauch vorgesehen waren. Insgesamt wurden sechs Festival-Besucher mit Kokain, Kokain-Amphetamingemisch, Ecstasy, Arznei- und Schmerzmitteln, welche unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, sowie Dopingmitteln gestoppt. Fünf weitere Personen hatten Marihuana bei sich, so die Bilanz des Zolls, der die Substanzen sicherstellte und gegen die betroffenen Echelon-Besucher Strafverfahren wegen des unerlaubten Verbringens von Drogen aus dem Ausland einleitete.
Besucher verhielten sich weitgehend kooperativ
Ebenso sichergestellt wurden durch den Zoll „diverse unerlaubte Gegenstände und Waffen“. Darunter etwa ein Schlagring und eine Softairpistole. Pressesprecherin Marion Dirscherl erklärt, dass die grundsätzlichen Zoll-Kontrollen beim Echelon nicht neu waren. Entsprechende Maßnahmen habe man auch in der Vergangenheit bereits bei dem beliebten Musik-Event ergriffen. Dabei zog man heuer eine vergleichbare Bilanz wie in den vergangenen Jahren, so Dirscherl. Sie stellte zudem klar, dass sich die Besucher bei den Kontrollen weitestgehend kooperativ verhielten.
Was nun mit den sichergestellten Rauschgift-Substanzen sowie den unerlaubten Waffen geschieht, entscheide letztlich die Staatsanwaltschaft, die das jeweilige Strafverfahren führt, erklärt die Pressesprecherin. „In der Regel wird die Vernichtung angeordnet“, so Dirscherl. Sie betont zudem: „Was vielen nicht bewusst ist: Die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Cannabis ist nach wie vor verboten und strafbewehrt.“
Nicolas Bettinger