Ausmaß des Kran-Unfalls jetzt deutlich

von Redaktion

Bei einem spektakulären Unfall auf der Rosenheimer Westtangente ist am Mittwoch, 19. August, ein Kranwagen eine Böschung hinabgestürzt. Das Fahrzeug blieb auf dem Kopf liegen. Für die aufwendige Bergung musste die Bundesstraße für fast elf Stunden gesperrt werden. Der Fahrer verletzte sich glücklicherweise nur leicht.

Großkarolinenfeld – Das ganze Ausmaß des Unfalls ist kaum noch zu erkennen. Ein paar Absperrbaken stehen am Straßenrand, der demolierte Wildschutzzaun liegt neben der Böschung und die Wiese ist in Mitleidenschaft gezogen. Ansonsten sind wenig Spuren von dem Vorfall übrig, der Autofahrern rund um Rosenheim am Mittwoch (19. August) viel Geduld abverlangte. Über Stunden war die Westtangente zwischen Großkarolinenfeld und Kolbermoor gesperrt. Gegen 9 Uhr passierte dort ein spektakulärer Unfall.

Tonnenschwerer

Kran überschlägt sich

Auf dem Weg in Richtung Wasserburg kam ein Mann, Jahrgang 1990, aus München mit seinem tonnenschweren Autokran auf der B15a von der Straße ab und krachte wenige Hundert Meter vor der Ausfahrt nach Großkaro die Böschung hinab. Er überschlug sich, blieb auf dem Kopf liegen. Warum – das ist bislang ungeklärt. „Das müssen jetzt die Ermittlungen zeigen“, sagt Manuel Schlosser von der Polizeiinspektion Bad Aibling. Theoretisch könne eine kurze Ablenkung genauso die Ursache sein, wie eine Geschwindigkeitsüberschreitung. Die Straße jedenfalls ist an der Stelle recht übersichtlich, macht eine leichte Rechtskurve. Womöglich bringen die Gespräche mit dem Fahrer Aufklärung, sagt der Polizist.

Der Mann sei erstaunlicherweise nur leicht verletzt worden. „Er ist Gott sei Dank mit einem blauen Auge davongekommen und war nicht im Fahrzeug eingeklemmt“, sagt Manuel Schlosser. Auch dessen Unternehmen bestätigt auf OVB-Anfrage, dass es ihm soweit ganz gut gehe, zur Sicherheit sei er über Nacht im Krankenhaus gewesen. Dass der Fahrer so unbeschadet da rausgekommen ist, sei aber Glück im Unglück gewesen, betont der Polizist aus Bad Aibling. Die Beschaffenheit des Krans habe wohl verhindert, dass die Fahrerkabine nicht stärker eingedrückt wurde.

Der Autokran sei dennoch „ein Totalschaden“. Der Autokran habe sich auch ein gutes Stück in die Erde eingegraben, betont Peter Huber, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Großkarolinenfeld. Er und seine Kollegen waren mit die ersten am Unfallort. Da der Fahrer schnell aus dem Wrack aussteigen konnte, habe sich die Feuerwehr gleich um Sicherungsmaßnahmen kümmern können. „Wir waren für die Sicherstellung des Brandschutzes zuständig, haben geschaut, dass keine Betriebsstoffe ins Erdreich auslaufen und der Kran nicht abstürzt oder umkippt“, sagt Huber.

Die Gefahr habe allerdings nicht bestanden, da der Autokran zu fest in der Erde steckte. Entsprechend stellte sich die Frage, wie das rund 38 Tonnen schwere Fahrzeug wieder auf die Böschung hinaufkommt. Die Polizei habe sofort ein spezialisiertes Abschlepp-Unternehmen aus der Region angerufen. „Denen haben wir ein Bild geschickt, damit sie besser planen konnten“, betont Huber. Die Berge-Team sei auch schnell mit einem weiteren Autokran und Werkzeug an der Unfallstelle gewesen.

Um das Fahrzeug wieder auf die Straße zu heben, seien allerdings zwei Autokrane notwendig gewesen, sagt Polizist Manuel Schlosser. Der zweite kam nach einiger Zeit auch – geschickt vom Unternehmen des verunfallten Autokrans. Gemeinsam sei der Kran im Anschluss „hinaufgewuchtet“ worden. Danach musste ein Plan her, wie das schwere Fahrzeug von der Unfallstelle wegzubekommen ist. „Die Bergung war sehr aufwendig“, betont Schlosser. Und sie habe mehrere Stunden gedauert. Währenddessen musste die Westtangente ununterbrochen in Richtung Norden gesperrt werden, für längere Zeit sogar voll.

Erst gegen 19.30 Uhr konnte die B15a wieder für den Verkehr freigegeben werden – fast elf Stunden nachdem der Unfall passiert war. Das bekamen auch die Autofahrer auf den Straßen rund um die Westtangente in Rosenheim und Kolbermoor zu spüren. Gegen 17 Uhr wollte ein 23-jähriger Rosenheimer über den Aicherpark zur Autobahn fahren. „Ich stand für 30 Minuten komplett im Stau“, sagt er. Teilweise ging in beide Richtungen gar nichts mehr. „Es ging nur stückchenweise vorwärts“, sagt der 23-jährige. Wie sowohl die Rosenheimer als auch die Aiblinger Polizei auf OVB-Anfrage bestätigen, gab es trotz des dichten Verkehrs keine weiteren Unfälle.

Kräftezehrender

Einsatz

Für die Rettungskräfte war es dennoch ein „kräftezehrender Einsatz“, sagt Peter Huber von der Feuerwehr Großkaro. Vor allem die Dauer und Hitze machten zu schaffen. „Besonders denen, die seit 9 Uhr die Straße abgesperrt haben.“ Auch Armin Hörl, Kommandant der Feuerwehr Kolbermoor, tauschte gegen Mittag das Personal durch. Damit nicht durchgehend die gleichen Kollegen an der Auffahrt zur Westtangente stehen mussten. Einen Unfall in der Dimension habe es aber auf dem Abschnitt der B15a noch nicht gegeben, betonten beide Kommandanten.

Der Schaden hat es aber in sich – rund 100.000 Euro am Autokran, 10.000 Euro am Wildschutzzaun und an der Wiese. Dennoch, da ist sich Manuel Schlosser von der Polizei in Bad Aibling sicher, hätte der Unfall auch schlimmer ausgehen können.

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