Altötting – „Gutes aus Klöstern“ – dieser Satz fällt oft, wenn es um Produkte aus klösterlicher Herstellung geht. Dass diese Waren aber tatsächlich von den Produzenten selbst verkauft werden, und das an einem traditionsreichen Wallfahrtsort mit Markttradition bis ins Mittelalter, ist mittlerweile selten geworden.
Der Klostermarkt in Altötting ist ein solcher Ort geblieben. Von Freitag, 4. September, bis Sonntag, 6. September, verwandelt sich der Kapellplatz wieder in eine kleine, internationale Klosterlandschaft: Über 30 „Fieranten“ aus Deutschland und sieben weiteren Nationen bieten dort ihre Produkte an – allesamt Vertreter ihrer Glaubensgemeinschaften.
Organisiert wird der Markt von Christian Wieser, der auf die Vielfalt unter seinen Fieranten stolz ist. „Es ist großartig, dass sich die gute Zusammenarbeit mit vielen Klöstern teils schon über viele Jahre hält“, sagt er. Der Markt zeigt aber auch, welchen Herausforderungen sich Ordensgemeinschaften heute stellen müssen: Wie viele Institutionen kämpfen auch Klöster mit einem demografischen Problem, vielerorts fehlt es an Nachwuchs, Unterstützung und Personal.
Besonders reizvoll ist der Markt durch seine internationale Ausstellerschar. Aus Ungarn reisen zwei Gemeinschaften an: die Prämonstratenserinnen aus Zambek mit Holzspielzeug, Keramik und Honig sowie das Zisterzienserinnenkloster Kismaros mit Honig, Marmelade, Sirup, Tee und Wärmekissen. Aus Griechenland kommt Olivenöl, von der SupportInternational eingetragener Verein (e.V.) von der Insel Lesbos sowie natives Olivenöl, Wein und Thymianhonig vom Kloster Agarathos auf Kreta.
Österreich ist gleich mehrfach vertreten: Stift St. Florian mit Holzofenprodukten und Bio-Backwaren, Stift Schlierbach mit Käseprodukten, Stift Kremsmünster mit Wein, Bränden und Likören, Stift Engelszell mit eigenem Likör. Auch Frankreich, Polen und Belarus sind vertreten. Diese Vielfalt zeigt, wie weit das Netzwerk reicht, das Christian Wieser über die Jahre geknüpft hat – und wie sehr der Markt von echtem, direktem Kontakt zwischen Produzenten und Publikum lebt.
Das Programm erstreckt sich über drei Tage. Am Freitag, 4. September, beginnt der Markt um 14 Uhr. Die offizielle Eröffnung mit der Musikkapelle Altötting findet um 16 Uhr statt, ehe der erste Markttag um 19 Uhr endet. Am Samstag, 5. September, startet der Tag um 9 Uhr mit einem Pontifikalgottesdienst mit Abtprimas Schröder in der Bruder-Konrad-Kirche. Ein besonderer Programmpunkt folgt am Samstagabend: Um 20 Uhr wird in der Basilika St. Anna ein Gottesdienst gefeiert, im Anschluss zieht eine Lichterprozession durch die abendliche Altstadt hinauf zur Gnadenkapelle.
Melanie Goldbrunner