Gießenbachklamm Wochen gesperrt

von Redaktion

Ein heftiges Unwetter hat am Donnerstag, 20. August, schwere Schäden in Kiefersfelden angerichtet. Zwischen 1 und 2 Uhr nachts fegte ein Sturm über die Gemeinde. Besonders betroffen ist die Gießenbachklamm. Wegen umgestürzter Bäume bleibt sie für mehrere Wochen gesperrt.

Kiefersfelden – Mitten in der Nacht fing es an. Zuerst der Wind, wenig später schepperte es bereits rund um das ganze Haus. „Es waren zum Glück nur kleine Hagelkörner, aber stark gehagelt hat es trotzdem“, sagt Seppi Herfurtner am Telefon.

Der Betreiber der Schopper Alm bei Kiefersfelden und seine Frau wurden in der Nacht auf Donnerstag (20. August) von einem Unwetter aus dem Schlaf gerissen. Zwischen 1 und 2 Uhr nachts sei der Sturm über Kiefersfelden hinweggezogen – besonders über den Bereich um Breitenau – und hinterließ eine Schneise der Verwüstung.

Windböen
und Starkregen

Dass das Gewitter so kräftig ausfällt, sei unerwartet gewesen, sagt Herfurtner. Es habe zwar geregnet, aber ansonsten sei es bis dahin ruhig gewesen. Plötzlich seien aber „sehr, sehr starke“ Windböen ums Haus gefegt, Starkregen habe eingesetzt und Blitze zuckten über dem Himmel. „Da war für uns klar, dass wir zur Alm hinterschauen müssen“, sagt der Hüttenwirt. Auch, weil sie dachten, dass sie einen Sonnenschirm draußen vergessen haben, und sich um die Ziegen und Kühe auf der Alm Sorgen gemacht haben.

Nachdem der Hagel aufgehört hatte, machte sich die Familie auf den Weg – kam allerdings nicht weit. „Überall auf der Straße sind schon umgekippte Bäume gelegen“, sagt Herfurtner. Alle Wege zur Schopper Alm seien versperrt gewesen. „Die haben wir zur Seite räumen müssen, Mitarbeiter der Gemeinde haben die große Fahrstraße frei gemacht“, erzählt der Hütten-Wirt. Erst danach ging’s wieder zur Alm.

Die Ankunft dort sei aber erst mal ein kleiner Schreck gewesen – der Anblick war „gruselig“. Die ganzen Biertischgarnituren und Schirme seien herumgeschleudert worden und lagen kreuz und quer verteilt. „Selbst die, mit den schweren Steinplatten“, sagt Herfurtner.

Alles sei „kunterbunt durcheinandergeschleudert worden“. Genauso seien rund um die Alm zahlreiche Bäume entwurzelt worden. Auch auf das Gehege der Tiere sei ein Baum gefallen, die Zäune seien dabei kaputtgegangen. „Gott sei Dank waren die Ziegen und Kühe unverletzt“, sagt Herfurtner.

Inzwischen hat die Familie das Chaos auch wieder entwirren können. „Das hatten wir alles wieder recht schnell, auch die Terrasse war gleich wieder benutzbar“, sagt Herfurtner. Da die Männer selbst im Holz gearbeitet haben, wurden die umgefallenen Bäume auf die Seite geräumt, die materiellen Schäden beseitigt. Bereits am Donnerstagmorgen (20. August) seien die ersten Gäste wieder auf der Alm gewesen. Wenn auch etwas skeptisch wegen der entwurzelten Bäume.

Ein Problem gibt es allerdings noch: Der Weg zur Schopper Alm über die Gießenbachklamm ist vorerst nicht mehr möglich. Zu viel hätte die Klamm während des Unwetters abbekommen. Deswegen musste die Gießenbachklamm auch gesperrt werden, sagt Bürgermeister Hajo Gruber auf OVB-Anfrage.

Dort sei „ein wesentlicher Schaden entstanden“. Bäume seien entwurzelt worden, auch der Hang sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Aus gut informierten Kreisen heißt es, dass rund 50 Bäume so entwurzelt oder abgebrochen sind, dass sie jederzeit herabstürzen können. Auch bestehe die Gefahr, dass Felsen herunterkommen.

Die Begehung und Räumung sei derzeit lebensgefährlich, ist bei der Touristinfo zu erfahren. Zunächst müsse sich jetzt eine Spezialfirma ein Bild von der Lage machen. Womöglich auch mit Hubschraubern. Erst danach könnten die Wege geräumt und der Felssturz beseitigt werden. Die Arbeiten könnten daher „etliche Wochen“ dauern. Wie lange, dazu will und kann Bürgermeister Hajo Gruber noch keine Prognose abgeben. Er sei selbst vom Gewitter aufgewacht. „Ein Unwetter lässt einen Bürgermeister auch nicht ruhen“, sagt er. Immerhin sei das restliche Dorf einigermaßen verschont geblieben. „Die schlimmsten Auswirkungen des Sturms gibt es im Gießenbachtal“, sagt Gruber.

Schopper Alm
trotzdem geöffnet

Besonders der Wind sei in der Klamm „brutal gewesen“, sagt Kilian Hager, Kommandant der Feuerwehr Kiefersfelden. Er habe in der Nacht die ganze Zeit darauf gewartet, dass jeden Moment der Piepser losgeht. Bis auf einen kleineren Einsatz gegen 6 Uhr sei es aber ruhig gewesen. „Das hat mich schon ein wenig gewundert“, sagt Hager.

Darüber ist auch Bürgermeister Hajo Gruber froh. Was ihm aber auch wichtig ist: Die Schopper Alm ist trotz der Schäden in der Gießenbachklamm weiterhin zu erreichen. „Die ist weiterhin ganz normal geöffnet und über die normale Fahrstraße erreichbar“, sagt der Rathauschef.

Der Weg über den Trojerhof ist weiterhin möglich, teilt auch Familie Herfurtner mit. Sie freuen sich auf jeden Fall über Gäste, die zu ihnen auf die Hütte kommen.

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