Seit 75 Jahren mahnt es zum Frieden

von Redaktion

Das riesige Gipfelkreuz auf der Kampenwand steht seit 75 Jahren. Zum Jubiläum feiert Kardinal Reinhard Marx am kommenden Sonntag einen großen Berggottesdienst. Hans-Dieter Dummert aus Prien war als Siebenjähriger dabei, als das Kreuz auf dem Berg geweiht wurde. Er blickt auf das bewegende Erlebnis zurück.

Konrad Dummert mit seinem Sohn Hans-Dieter am Gipfelkreuz der Kampenwand. Fotos Hötzelsperger

Prien – Wenn sich am heutigen Mittwoch zum 75. Mal die Einweihung des Chiemgauer Gedenkkreuzes auf der Kampenwand jährt, dann wird dies mit vielen Erinnerungen behaftet sein. Die Erbauung des größten Gipfelkreuzes in den Bayerischen Alpen war nicht nur ein Kraftakt im Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges, es war und bleibt auch ein vielfaches, persönliches Wahrzeichen.

So auch für den 82-jährigen Priener Hans-Dieter Dummert.

Er war als Siebenjähriger mit seinem Vater dabei, als der Hohenaschauer Schlosskaplan Monsignore Dr. Alois Röck im Beisein von rund 3.000 Gläubigen das Chiemgau-Kreuz weihte.

„Für meinen Vater war
es ein großes Anliegen“

Hans-Dieter Dummert erinnert sich: „Am 26. August 1951 machten wir uns um 6 Uhr morgens von Kraimoos auf den Weg zur Kampenwand – bei traumhaft schönem Wetter. Nach etwa zweieinhalb Stunden hatten wir unser Ziel erreicht. Für meinen Vater war es ein großes Anliegen, bei der Einweihung des Kreuzes dabei zu sein. Er hatte den Zweiten Weltkrieg als Soldat von 1940 bis 1945 miterlebt. Als ich 1944 geboren wurde, war mein Vater auf der Krim und in Sewastopol. Viele seiner Kameraden kamen vom Feld nicht mehr heim, er überlebte.“

Hunderte von Menschen
wohnten der Weihe bei

Beim Aufstieg waren auch Georg Scheck sowie Anton, Resi und Paula Auer aus Bernau dabei, erinnert sich Dummert. Es seien Hunderte von Menschen gewesen, die am Gottesdienst teilnahmen.

„Am Gipfelkreuz war ich dann so müde, dass ich beinahe eingeschlafen wäre. Nach einer gemütlichen Brotzeit auf der Steinlingalm ging der Abstieg über Gschwendt zurück nach Bernau“, berichtet er.

Hans-Dieter Dummerts Vater besuchte den Gedenkgottesdienst jedes Jahr, wenn es ihm gesundheitlich möglich war. Er starb im Jahr 2007.

Dass heute dort, wo früher ein Freialter stand, eine Kapelle steht, ist unter anderem dem früheren Mesner aus Bernau, Peter Bichl, zu verdanken. Er war der Initiator einer Sammlung für diese Kapelle, für deren Bau sich viele weitere Chiemgauer eingesetzt hatten.

Hans-Dieter Dummert war bereits in jungen Jahren Ministrant in seinem damaligen Wohnort Bernau, später lange Zeit in der Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt in Prien Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und ist bis heute durch seinen christlichen Glauben mit dem Chiemgau-Kreuz persönlich verbunden. Bei einem Gespräch in seiner Priener Wohnung kann er mit Bildern von Toni Auer aus Bernau die damaligen Geschehnisse auf der Kampenwand dokumentieren. Von Erzählungen seines Vaters weiß er zudem, welch schreckliche Erlebnisse dieser in der gesamten Kriegszeit durchstehen musste.

„Mein Vater war ganze fünf Jahre im Krieg, nur wenige Male bekam er Fronturlaub. Abenteuerlich war seine Rückkehr aus amerikanischer Gefangenschaft. Auf dem Heimtransport von Saalfelden aus gelang ihm der Sprung in einen Graben bei Grabenstätt und von dort zu Fuß heim zu seiner Familie und zu Freunden in Bernau“, erzählt Dummert.

Ein Mahnmal und ein
Neubeginn in Frieden

Der Neubeginn in Friedenszeiten war für seinen Vater geprägt von beruflichen Veränderungen. Konrad Dummert wechselte als Bäcker- und Konditormeister in den Bernauer Postdienst. Unter anderem mit seinen Freunden Toni Auer und Engelbert Haumayer wurde das Bernauer Theater wiederbelebt. Bei den ersten Vorstellungen durfte Hans-Dieter Dummert an der Kasse mit dabei sein.

Das Jubiläums-Gedenken und die Bedeutung des Kreuzes

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