Rehaklinik Bruckmühl: Essen, Pflege, Medizin im Fokus

von Redaktion

Die Rehaklinik Bruckmühl ist wegen neuer Patientenbeschwerden erneut in die Kritik geraten. Bereits im Jahr 2023 hatte die Einrichtung mit erheblichen Mängeln zu kämpfen, weshalb das Gesundheitsamt zeitweise einen Aufnahmestopp verhängte. Seitdem wurde die Klinik zwar neu aufgestellt, doch die Vorwürfe reißen nicht ab.

Bruckmühl – Was ist dran an den schweren Vorwürfen gegen die geriatrische Rehaklinik Bruckmühl? Diese stehen seit Kurzem erneut im Raum, nachdem der Bayerische Rundfunk von zahlreichen Patientenbeschwerden berichtet hatte. Auch gegenüber dem OVB äußerte sich nun eine 90-jährige ehemalige Patientin, die ihren dreiwöchigen Aufenthalt vor gut einem Jahr als „katastrophal“ bezeichnete und die von massiven medizinischen und pflegerischen Defiziten berichtete. Brisant sind die Vorwürfe gerade deshalb, da die Bruckmühler Einrichtung bereits im Jahr 2023 aufgrund teils erheblicher Mängel massiv in die Kritik geriet und vom Gesundheitsamt Rosenheim zeitweise sogar einen Aufnahmestopp auferlegt bekam.

Aus für Einrichtung
in Lenggries

Zudem wurde eine andere Einrichtung desselben Betreibers in Lenggries vor einigen Monaten nach ähnlichen Anschuldigungen geschlossen. Dort ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass es im Falle der Bruckmühler Rehaklinik bisher keine vergleichbare Faktenlage gibt. Der Betreiber, die Geriatrische Rehabilitation Oberbayern Bruckmühl (GRO), weist Vorwürfe insbesondere zu einer „strukturell unzureichenden oder patientengefährdenden Versorgung“ sowie den Vorwurf, man habe die Versorgung aus wirtschaftlichen Erwägungen bewusst unzureichend ausgestattet, klar zurück. Hinzu kommt, dass die Kontrollbehörde bei einer kürzlichen Überprüfung keine Mängel feststellen konnte. Doch warum gerät die Rehaklinik dennoch erneut in den Fokus und was ist in den vergangenen Jahren dort passiert?

Schließlich hatten sich bereits im Jahr 2023 zahlreiche Patienten der Bruckmühler Einrichtung sowie betroffene Angehörige gegenüber dem OVB kritisch geäußert und teils von unzumutbaren Zuständen gesprochen. Und genau jene Vorfälle thematisiert auch der Betreiber nun auf Anfrage selbst, denn: „Zur vollständigen Einordnung gehört zunächst die Situation im Jahr 2023“, sagt ein Sprecher für das Unternehmen. Damals bestand vom 3. bis zum 25. August ein behördlich angeordneter Aufnahmestopp. Bei einer späteren Nachkontrolle konnten die zuvor festgestellten Mängel, die sich laut Gesundheitsamt vorwiegend auf die Bereiche Basishygiene, Patientendokumentation und Patientenversorgung bezogen hatten, weitgehend abgestellt werden. Ende August 2023 entschied sich die Klinik dann dennoch eigenständig für einen weiteren Aufnahmestopp, um die nach einem Wasserschaden erforderliche Sanierung intensivieren zu können. Daraufhin sei die Einrichtung, wie berichtet, „medizinisch, personell und organisatorisch grundlegend neu aufgestellt“ worden, teilt der Betreiber nun gegenüber dem OVB mit. Neue ärztliche Leitungen und Chefärzte, weitere neue Leitungskräfte, der Neuaufbau von Teams sowie ein neues Einrichtungs- und Rehabilitationskonzept.

Auch nennt der Betreiber optimierte Strukturen und Abläufe des Klinikbetriebs. Im März 2026 wurde der Standort erneut durch die DEKRA rezertifiziert, betont die GRO. Zudem seien dem Betreiber derzeit „keine rechtlich bestätigten Haftungsfälle oder sonstigen bestätigten Sachverhalte“ bekannt. Zu berücksichtigen sei außerdem die richtige Einordnung der besonderen Patientengruppe der geriatrischen Rehabilitation. „Behandelt werden hochbetagte und regelmäßig multimorbide Patienten, deren Gesundheitszustand sich trotz fachgerechter Versorgung verändern oder verschlechtern kann“, heißt es. Aus einer solchen Verschlechterung könne deshalb nicht ohne Prüfung des konkreten Einzelfalls auf eine vorangegangene Fehlversorgung geschlossen werden. Und auch wenn es in der Bruckmühler Einrichtung durchaus einzelne Beschwerden von Patienten und Angehörigen gegeben habe – „wir nehmen diese ausdrücklich ernst“ – stehe der Gesamtkontext im deutlichen Widerspruch zu der „pauschalen Darstellung“ in den jüngsten Medienberichten, stellt der Sprecher klar. Bleibt freilich dennoch fraglich, wieso es trotz besagter jahrelanger Bemühungen seitens der Klinik derartige Beschwerden von Patienten gibt.

Klar ist: Die Rehaklinik wird seit Inbetriebnahme 2021 durch das Gesundheitsamt „engmaschig und regelmäßig überwacht“, erklärt Sibylle Gaßner-Nickl, Pressesprecherin des Landratsamtes Rosenheim. Dazu gehören sowohl die Vorlage von Dokumenten als auch angekündigte und nicht angekündigte Vor-Ort-Begehungen. „Zu jeder Zeit wurden die erforderlichen Maßnahmen angeordnet und die Mängelbehebung zeitnah überwacht“, so Gaßner-Nickl.

Nach den Vorfällen von 2023 mit den festgestellten Mängeln und dem vorübergehenden Aufnahmestopp habe sich die Klinik seit der Neuausrichtung „jederzeit offen und kooperativ in der Umsetzung“ gezeigt, erklärt das Landratsamt. Zwar lagen zwischen 2024 und 2026, in denen die Behörde weiterhin Kontrollen durchführte, vereinzelte Patientenbeschwerden zur Essensqualität, pflegerischen und medizinischen Versorgung, zum Beschwerdemanagement sowie zum Reinigungsdienst vor.

Keine gravierenden
Mängel festgestellt

Diesen sei, so Gaßner-Nickl, die Einrichtung jedoch umgehend nachgegangen. Bei den Vor-Ort-Begehungen der vergangenen Jahre, zuletzt im Frühjahr 2026, konnte das Gesundheitsamt keine gravierenden Mängel mehr feststellen, erklärt die Behörde. Was mehrere Patienten wiederum anders bewerten.

Was haben Betroffene erlebt?

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