Besser hätte es der Wirtschaftliche Verband als Wiesn-Veranstalter nicht planen können: Der Eröffnungssamstag prangte mit Kaiserwetter und tsunamihafter Besucherflut. Zwar wurden die Eröffnungsansprachen heuer irgendwie wegen zu enger Lautsprecherkabel etwas zu leise für die nicht so nahestehenden Gäste übertragen, aber dafür kamen die drei Salutschüsse umso besser zur Geltung.
Wiesnigel Ignaz und seine Igelfrau versuchten danach zunächst, im Flötzinger-Biergarten zwei Plätze für eine frische Mass zu erobern, stießen aber bei rund 20 Anfragen auf logistisch höchst ausgefuchste Bierliebhaber-Kollektive, die allesamt die wenigen noch sichtbaren freien Plätze für noch zu erwartende durstige Angehörige verteidigten. So verfügte sich das Stachelpärchen zum Auerbräu-Biergarten, wo es sich zwei Hoibe unterschiedlicher Farbe gönnen wollte, aber auch hier und auch an der neugestalteten Hopfengasse standen Schicksalsgenossen bereits verzweifelt an. Bei Regen, so dachte der Igel, hätte es bessere Chancen für ein Bier draußen an der frischen Luft gegeben.
Also entschied sich der Ignaz für den Abschluss des Premieren-Rundgangs, seine vielleicht doch noch zu erobernden Plätze anderen Besuchern zu überlassen und strebte in Richtung seines nahegelegenen heimischen Komposthaufens. Beim Passieren von Distels Autoscooter erblickte er ein freies zweisitziges Cabrio. Der Einfall, dort ambulant eine Fischsemmel-Jause zu machen, scheiterte an der Tatsache, dass dort noch nicht mal alkoholfreies Bier ausgeschenkt wird und es deswegen auch keine Getränkehalter am Fahrzeug gibt… hh