Bilderbuchstart für das Rosenheimer Herbstfest

von Redaktion

Das Rosenheimer Herbstfest ist offiziell eröffnet worden. Tausende Menschen feierten den traditionellen Einzug auf die Loretowiese. Während Landrat Otto Lederer im Festzelt nur drei Schläge für das Anzapfen benötigte, brauchte Oberbürgermeister Abuzar Erdogan fünf Schläge.

Herzig: Die Trachtenkinder des Trachtenvereins Alt-Rosenheim reihten sich in den Herbstzug ein. Foto Stuffer

Rosenheim – Das Herbstfest ist der vielleicht einzige Ort in Rosenheim, an dem man innerhalb von zehn Minuten seine ehemalige Lehrerin, den Nachbarn, den Chef und eine Bekannte trifft, die man seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat. Und das Besondere ist, dass alle am selben Tisch sitzen. Treffender hätte es Oberbürgermeister Abuzar Erdogan an diesem Vormittag wohl nicht auf den Punkt bringen können.

Etwas Nervosität
war schon dabei

Neu ist das Herbstfest für ihn als gebürtigen Rosenheimer zwar nicht, in seiner Funktion als Oberbürgermeister war dann aber doch etwas Nervosität dabei. Schon lange vor dem offiziellen Start des Festzugs mischte er sich unter die Besucher, schüttelte Hände und posierte für Fotos. Groß und Klein versammelten sich am Straßenrand und versuchten, den besten Platz zu ergattern, um möglichst viel vom Einzug zu sehen.

Wie in jedem Jahr liefen auch heuer wieder alle Fäden bei Festleiter Klaus Hertreiter zusammen. Mit seinem Fahrrad fuhr er die Bahnhofstraße hinaus und hinunter, das Walkie-Talkie immer dabei. Letzte Absprachen wurden getroffen, um Punkt 11 Uhr setzte sich der Festzug schließlich in Bewegung. Von der Münchener Straße ging es über den Max-Josefs-Platz und durch die Kaiserstraße bis hin zur Festwiese.

Farbenprächtiger Zug
durch die Innenstadt

Angeführt von der Polizei marschierten die vielen Musik- und Trachtengruppen zusammen mit den festlich geschmückten Kutschen der beiden Brauereien und Festwirt-Familien zur Loretowiese. „Wir freuen uns auf 16 Tage Spaß mit Freunden und gutem Zusammensitzen“, sagte Auerbräu-Geschäftsführer Dirk Steinebach. Groß ist die Vorfreude auch bei Marisa Steegmüller, Brauerei-Chefin der Flötzinger Brauerei, und ihren beiden Kindern Sophie und Sebastian. „Die Aufregung ist da, aber sobald man ins Festzelt geht, das erste Bier trinkt und die erste Brotzeit isst, dann passt alles“, sagte Sebastian Steegmüller.

Bevor es so weit war, gab es aber noch einige Reden auf der Festwiese. Hermann Tomczyk vom Wirtschaftlichen Verband ergriff das Wort als Erster. Er erinnerte daran, dass der Wiesntrommler heuer seinen 75. Geburtstag feiert. Das habe man zum Anlass genommen, um einige Ampeln mit seinem Motiv zu verzieren. Er plädierte noch einmal dafür, sich die App „SafeNow“ aufs Handy zu laden, um per Klick Hilfe zu holen und das Sicherheitspersonal direkt zum eigenen Standort zu rufen.

Zwischen Tradition und
besonderen Momenten

„Es ist mir eine besondere Freude und Ehre, heute hier zu stehen“, sagte die Miss Herbstfest Katharina Schattenhofer aus Bad Endorf. Das Herbstfest stehe für Tradition und für „besondere Momente, die wir miteinander teilen dürfen“. Menschen aller Generationen kommen zusammen, verbringen Zeit mit Familie und Freunden und genießen gemeinsam die bayerische Lebensfreude. „All das macht das Herbstfest zu etwas Einzigartigem“, sagte sie.

Landrat Otto Lederer nutzte die Gelegenheit, um dem Spielmannszug Stephanskirchen zu gratulieren, der heuer zum 50. Mal am Rosenheimer Herbstfest-Einzug teilgenommen hat. „Ich freue mich sehr, dass wir alle miteinander diese wunderbare Tradition pflegen können“, sagte Lederer. Das Herbstfest sei familiär, bodenständig und bayerisch.

Einer, der seit 35 Jahren dafür sorgt, dass das Rosenheimer Herbstfest familienfreundlich bleibt, ist Hermann Tomczyk. Der Ehrenvorsitzende des Wirtschaftlichen Verbands war in diesem Jahr das letzte Mal in seiner Funktion als Wiesn-Verantwortlicher im Einsatz. „Er hatte immer den Anspruch, dass es ein Fest für alle ist. Ihm gilt mein persönlicher Dank“, sagte Oberbürgermeister Erdogan, bevor er das Rosenheimer Herbstfest offiziell eröffnete.

Anzapfpremiere
für OB Erdogan

Unter viel Applaus ging es für Landrat Otto Lederer zum Anzapfen ins Flötzinger-Festzelt, Oberbürgermeister Abuzar Erdogan machte sich auf den Weg in die Auerbräu-Festhalle. Während der Landrat – wie bereits im vergangenen Jahr – nur drei Schläge benötigte, dauerte es bei Erdogan etwas länger. Schon wenige Minuten zuvor hatte er im Gespräch mit Peter Kirmair verraten, dass es für ihn ein „besonderer Moment ist, der im Leben nicht so oft vorkommt“. Schließlich drückte ihm Kirmair den Schlegel in die Hand. Kurz holte Erdogan Luft, dann schlug er zu. Fünf Schläge waren es offiziell – ohne die beiden zusätzlichen Sicherheitsschläge am Ende. Dann hieß es auch in der Auerbräu-Festhalle endlich wieder „Ozapft is in Rosenheim!“

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