Am 8. Oktober 1945 genehmigt die amerikanische Militärregierung schließlich eine neue Rosenheimer Zeitung. Sie trägt fortan den Titel Oberbayerisches Volksblatt.
Die Lizenz erstreckt sich auf die Stadt Rosenheim sowie die damaligen Landkreise Rosenheim, Bad Aibling, Wasserburg und Mühldorf. Das Oberbayerische Volksblatt ist – entsprechend der „Lizenz Nummer 6“ – die sechste neue Zeitung in Bayern. Die erste Ausgabe erscheint am 26. Oktober 1945. Startauflage: 32000 Exemplare. Sitz von Redaktion und Verlag des OVB ist das Verlagsgebäude an der Prinzregentenstraße. Dort war bis 1945 der Rosenheimer Anzeiger produziert worden.
1948 erhält das OVB Zuwachs in Form der Regionalausgaben Mangfall-Bote, Mühldorfer Nachrichten und Wasserburger Zeitung. Im Jahr 1949 steigt Franz Niedermayr als weiterer Gesellschafter und Geschäftsführer ein. Obwohl im selben Jahr der Lizenzzwang für die Zeitungsgründung erlischt, behauptet sich das OVB gegen neu gegründete Lokalblätter. 1951 einigen sich die Verantwortlichen beim Oberbayerischen Volksblatt und beim Rosenheimer Tagblatt Wendelstein – Alfons Döser senior und Hubert Gasteiger hatten Letzteres als Verleger reaktiviert – aus wirtschaftlichen Gründen auf eine Vereinigung beider Blätter. Die Initiative zur Fusion ging vor allem von Döser aus. Am 15. März 1951 wird das Rosenheimer Tagblatt Wendelstein eingestellt.
Seit 1954 erscheint das OVB sechsmal pro Woche. Am 30. Oktober 1954 feiert die Zeitung den 100. Geburtstag des Rosenheimer Wochenblatts, ein Jahr später wird das zehnjährige Bestehen des OVB inklusive seiner Nebenausgaben begangen. 1959 steigt Franz Niedermayr junior zum alleinigen Geschäftsführer auf. 1967 wird der Münchner Merkur Gesellschafter beim OVB. Er hält 33 Prozent der Anteile.
1972 eröffnet der Verlag eine neue Druckerei am Rosenheimer Stadtrand in der Aisingerwies. 1979 nimmt Verleger Franz Niedermayr aus Altersgründen seinen Hut. Alfons Döser junior, bereits seit 1968 in der Geschäftsführung, steigt damit zum alleinigen Geschäftsführer und Verleger auf. 1982 sichert sich das OVB 33 Prozent der Anteile am Münchner Zeitungsverlag (Münchner Merkur und tz).
1990 bezieht das OVB ein neues Verlagshaus an der Hafnerstraße. 1997 startet der Internet-Auftritt ovb online. Verleger Alfons Döser zieht sich 2003 aus der Geschäftsführung zurück, fortan fungieren Oliver Döser und Norbert Lauinger als Geschäftsführer. Von 2007 an erscheint das OVB dank eines gestalterischen Relaunchs in neuer Optik. 2009 starten die Nachrichten-Plattformen von ovb24. 2013 investiert der Verlag rund 16 Millionen Euro in ein neues Druckzentrum. Seit 2014 ist Oliver Döser alleiniger Geschäftsführer des Medienunternehmens.
Derzeit werden die planerischen Grundlagen für ein neues Medienhaus in der Aisingerwies in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Druckzentrum gelegt. Die Fertigstellung des Projekts soll nach jetzigem Stand zu Beginn des kommenden Jahrzehnts erfolgen.