Wasserburg – Christa und Heini Divis bringen den Wasserburgern die Zeitung – in der Burgau, in der Altstadt, am Hochgarten, am Gerblanger und am Fröschlanger, „Wir machen das, bis wir nicht mehr hatschen können“, sagt Christa. Auch wenn der Arbeitstag nachts um viertel nach eins beginnt und um sechs Uhr morgens endet: „Es gibt nichts Besseres.“ Auch mit der Dunkelheit im Winter haben die Divis kein Problem. „Wenn Schnee liegt, ist’s doch hell.“ Zugegeben, bei minus 18 Grad frieren schon mal die Hände – Handschuhe sind aber kontraproduktiv, denn „da spürt man die Zeitung nicht so richtig“. So ein bisschen Abkühlung kam Christa nach den vielen Wochen mit tropischen Temperaturen in diesem Sommer dann aber mehr als gelegen. „Ein bisschen nass werden, herrlich.“
Kein bisschen nass wird auch nur eines der über 300 Exemplare der Wasserburger Zeitung, die die Divis zu den Briefkästen bringen. Sie haben sogar einen Korb konstruiert, in dem die Zeitungen trocken bleiben, und einen Radanhänger modifiziert. „Eine nasse oder zerknitterte Zeitung, nein, das geht gar nicht“, sagt Christa.
Zum Zustellen ist die gebürtige Wasserburgerin gekommen, weil ein Austräger krank geworden war. Heini war schwer krank, umso mehr freuen sich beide, dass sie einen Job gefunden haben, den Heini machen kann. Die Zeitungen holen sie mit dem Auto: Erst kommt die Tour in der Burgau, dann fahren sie hinunter in die Altstadt, wo zu Fuß die Zeitungen verteilt werden, dann geht es Richtung Hochgarten.
Ein paar Sachen gibt es schon, die Christa stören: Manchmal stehen Autos so blöd, dass man kaum zum Briefkasten kommt. Einmal hat sie sich richtig geärgert: Ein Abonnent hatte in relativ kurzer Zeit drei verschiedene Briefkästen, jeweils ohne Namensschilder. Da blieb der Briefkasten einmal leer und schon kam die Reklamation. „Da kann ich ja wirklich nix dafür“, sagt Christa.
Zwar treffen die beiden bei der Arbeit uhrzeitbedingt selten Menschen, dafür aber viele Tiere. Waschbären in der Altstadt, rotzfreche Marder, die einem fast über die Füße laufen und Katzen, die sich erwartungsvoll vor die Türen setzen, weil sie meinen, sie werden ins Haus gelassen.
„Es ist einfach toll“, sagen die beiden, wenn sie Geschichten erzählen, die sie früh am Tag erleben. Einmal war Christa aber arg enttäuscht. Sie hatte sich auf die weihnachtliche Beleuchtung in der Altstadt gefreut: „Mei, nur für mich ganz alleine.“ Und dann waren alle Lichter ausgeschaltet.