Prien darf sich seit Ende des vergangenen Jahres Fair-Trade-Gemeinde nennen. Der Titel wurde während einer kleinen Feier im Chiemsee Saal von Karina Bischke von Transfair Deutschland verliehen.
Bevor Erster Bürgermeister und Schirmherr Jürgen Seifert bei dem kleinen Festakt zu seinem Grußwort anhob, stimmten die Grundschüler der Franziska-Hager-Schule die zahlreichen Besucher auf das Thema ein, indem sie vortrugen, was Demokratie ist.
Erster Bürgermeister Jürgen Seifert sagte, er sei stolz, dass Prien mit dem Titel Fair-Trade-Gemeinde ein Zeichen setze. Besonders freue er sich, dass diese Auszeichnung nicht mit monetären Mitteln, sondern ausschließlich durch das persönliche ehrenamtliche Engagement erzielt worden sei.
Denn es gehe nicht nur um fair gehandelte Produkte, sondern die Idee dahinter sei viel größer. „Es geht darum, ein Netz über die Welt zu spannen. Und auch, dass in jeder Region Heimat geschaffen sowie ein funktionierender Wirkungskreislauf installiert und gehalten wird“, so das Gemeindeoberhaupt.
Fluchtursachen vereiteln
Die Gemeinderätin der Fraktion der „Der Grünen“ Angela Kind, die federführend den Stein zur Bewerbung ins Rollen gebracht hatte, sagte, es gehe um mehr Gerechtigkeit, damit landwirtschaftliche Produzenten – hier wie in Drittländern – ein Auskommen hätten; aber auch, um Fluchtursachen zu vereiteln. Dies heute sei nicht das Ende, sondern der Anfang.
Sie setze sich weiter dafür ein, dass noch mehr Einzelhändler auf Fair-Trade-Produkte setzten.
Erste Kreise zog die Aktion schon, denn die Rektorin der Franziska-Hager-Schule, Elisabeth Neuert-Kaiser, deutete an, dass ihr Haus eine Fair-Trade-Schule werden wolle.
Bevor Karina Bischke zur offiziellen Titelverleihung überging, stellten Schüler der Kommunalen Realschule ihr Fair-Trade-Projekt vor, indem sie klärten, was unter Fair Trade zu verstehen ist. Prien stehe mit dem Titel an der Seite von Städten wie London, Rom, Paris, San Francisco und Taipeh, so Bischke.
Elf Geschäfte führen Fair-Trade-Produkte
573 Städte deutschlandweit und 146 in Bayern dürften sich damit schmücken. Prien habe die Voraussetzungen hervorragend erfüllt.
Statt der nötigen vier Einzelhändler, die solche Produkte im Sortiment haben müssten, könne die Marktgemeinde auf elf Geschäfte verweisen, statt zwei Restaurants, besitze Prien drei. Im Foyer konnten sich die zahlreichen Besucher anschließend bei Kostproben von der Qualität fairer Produkte überzeugen und bei einer Modenschau von der Attraktivität fair gehandelter Mode. wp