Energiewende vorangebracht

von Redaktion

Seit Gründung der Energiegenossenschaft, der „Bürgerenergie Chiemgau eG“ (BEC) im März 2017, nimmt die Energiewende in Bernau immer konkretere Züge an. Zusammen mit den Nachbargemeinden Aschau und Frasdorf war vor allem Bernau der Ideengeber. Vorstandsvorsitzender David Schmidtner, der im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit sowohl in Bernau als auch in Aschau als Klimaschutzbeauftragter angestellt ist, war ein wahrer Glücksgriff für die beiden Gemeinden.

Dank seiner Arbeit konnte im Dezember 2018 das zweite große Energieprojekt in Bernau abgeschlossen und damit die beiden größten kommunalen Energieverbraucher kostengünstiger und umweltverträglicher gemacht werden.

Bereits im Oktober 2017 wurde im Hallenbad ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, das seither in 8500 Betriebsstunden insgesamt 365577 kWh Wärme und 166500 kWh Strom für den eigenen Bedarf produzierte.

CO2-Ausstoß um

200 Tonnen reduziert

Die Effizienz der Gasnutzung konnte durch das BHKW um über 30 Prozent gesteigert werden und somit im Jahr 2018 der CO2-Ausstoß um 200 Tonnen gegenüber früher reduziert werden. Das trägt auch zum Erhalt eines der wenigen Hallenbäder bei, das zur Zeit 15 bis 20 Schulen nutzen, um den Kindern der Region Schwimmunterricht zu ermöglichen.

2018 ging es dann an die Sanierung des zweitgrößten Energiefressers, der Sporthalle, genauer gesagt des Sporthallendaches und der Heizanlage. Die 25 Jahre alte Heizung musste auch an heißen Tagen laufen, da die Solaranlage zu viel warmes Wasser erzeugte. Wegen der defekten Dämmung wirkte das Dach im Sommer wie eine Heizplatte und im Winter wie eine Kühlung.

Um wieder einen geordneten Betrieb zu ermöglichen, musste die Gemeinde im letzten Jahr ein ganzes Bündel an Maßnahmen ergreifen, was sich im Zuge des Um- und Ausbaus des angegliederten Sportheims zu einer Kindertagesstätte anbot.

So wurde die veraltete Öl- gegen eine Pelletsheizung ausgetauscht, der Heizkessel erneuert, die Steuerungstechnik in der Heizzentrale und vor allem das Dach auf Vordermann gebracht. Durch die energetische Dachsanierung, sowie das Umstellen der Heizanlage auf eine Biomasseanlage mit Holzpellets können jetzt 89 Prozent oder 250 Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart und somit die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (ENEV) erfüllt werden. Klimaschutzbeauftragter Schmidtner schätzt hierbei die Kosten auf circa 420000 Euro, die etwa zu 50 Prozent gefördert werden.

Zu guter Letzt konnte dann auch noch in Zusammenarbeit mit der BEC eine 100 Kilowattpeak-Fotovoltaikanlage auf das Dach der Halle gebaut werden. Kommune und Genossenschaft schlossen hierfür einen Pachtvertrag, der besagt, dass der BEC das Dach 20 Jahre lang für die Nutzung der Sonnenergie zur Verfügung steht. Noch im Dezember wurde damit begonnen, auf beiden Seiten des Satteldaches der Turnhalle, das in Ost-West-Richtung verläuft, 338 Module mit einer Größe von insgesamt 565 Quadratmeter zu verlegen.

Mit diesem Projekt hat die BEC mit ihren Mitgliedern wieder über 100000 Euro in die regionale Energie-Wertschöpfung investiert und trägt dazu bei, dass weitere rund 45 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können.

An solchen Anlagen wird aufgezeigt, dass Energie ein regionales Gut sein kann, das dort produziert wird, wo man es benötigt.

Drei weitere

Anlagen geplant

Das Genossenschaftsgeld ist jetzt laut BEC-Vorstandsvorsitzendem Schmidtner vorerst aufgebraucht, trotzdem sind für 2019 drei weitere Bürger-PV-Anlagen mit insgesamt circa 100 kWp Leistung wieder in Planung. Das bedeutet, dass neue Mitglieder aufgenommen werden können.

Jeder einzelne Bürger hat somit die Chance, sich aktiv an einer Energiewende zu beteiligen und die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu erhalten, getreu dem Motto der Genossenschaft: Förderung regenerativer Energie, regionale Wertschöpfung, Erhalt der Kaufkraft in der Region und Bürgerbeteiligung. gle

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