Viele Feuerwehren in der Region klagen über Nachwuchsmangel. Diese Sorgen muss sich Jörg Benkel, Erster Kommandant der freiwilligen Feuerwehr in Flintsbach am Inn, nicht machen. Seine Feuerwehr verfügt über eine 20-köpfige gut funktionierende Jugendgruppe.
Hier können Kinder ab dem zwölften Lebensjahr mitmachen.
Aktiv in der Kinderfeuerwehr
Für manche Feuerwehren zu spät, denn die Jugendlichen sind mit zwölf Jahren dann meist schon längst in anderen Organisationen, wie dem Sportverein oder der Musikkapelle aktiv. Interessierten jüngeren Kindern musste bisher allerdings eine Absage erteilt werden, da die rechtlichen Grundlagen ihre Mitgliedschaft nicht zuließen. Mit der Kinderfeuerwehr dagegen besteht nun die Möglichkeit, den Nachwuchs bereits schon frühzeitig an sich zu binden.
Kinderfeuerwehr heißt das neue Nachwuchsförderungsprogramm der Feuerwehren. „Allerdings ist die Betreuung der Kindergruppe in einer Feuerwehr nicht ganz so einfach“, erklärt der Kommandant, der selber Vater zweier kleiner Kinder ist. Dazu bräuchte man zunächst ein gutes Konzept und was noch viel wichtiger sei, das sind die richtigen Mitarbeiter, die mit großen Engagement dabei sein müssen.
„Bei den Mitarbeitern haben wir großes Glück“, sagt Benkel. Sein Betreuungsteam besteht aus insgesamt sechs Frauen im Alter zwischen 18 und 37 Jahren, die nahezu ideale Voraussetzungen mit sich bringen.
Brandschutz spielerisch vermitteln
Das Konzept sieht vor, dass spielerisch und altersgerecht Grundwissen des Brandschutzes und der Ersten Hilfe vermittelt werden. Dazu werden auch Experimente durchgeführt, Szenen im Feuerwehrgeschehen simuliert oder auch praktisch geübt, wie ein Notruf richtig abgesetzt werden soll. Selbstverständlich kommt bei so vielen Feuerwehrthemen der soziale Aspekt nicht zu kurz. Schließlich ist die Brandbekämpfung und die Bewältigung von Notsituationen eine Gemeinschaftsaufgabe.
Feuerwehr als Teamwork
„Da steht Teambildung auf der Agenda. Die Kinder lernen so, für den Nächsten einzutreten, um den Schwächeren und Hilfesuchenden zur Seite zu stehen“, sagt Benkel und hofft, dass die Kids bis zum Übergang in die Jugendfeuerwehr dabeibleiben werden.stv