Buchbach – Keine Frage, für den TSV Buchbach ist das Achtelfinale im bayerischen Toto-Pokal das Spiel des Jahres: Wenn der Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Bayern am heutigen Dienstag um 19 Uhr beim TSV 1860 München zu Gast ist, schaut nicht nur ganz Bayern zu. Die große Frage: Wie viele Fans kann dieses Duell auf Giesings Höhen mobilisieren? Und die noch größere Frage: Wer hat die besseren Nerven und zieht in die nächste Runde ein?
„Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe und rechne mir schon Chancen für uns aus“, sagt Buchbachs Trainer Sven Zurawka, der mit seiner Truppe am Samstag nach dem 2:1 gegen die SpVgg Bayreuth zum alleinigen Spitzenreiter in der Regionalliga Bayern aufgestiegen ist, während sich der Drittliga-Absteiger am Sonntag zu einem 1:1 gegen Aufsteiger TSV Landsberg mühte und augenblicklich nur Rang sieben einnimmt. Mit dem TSV 1860 München und dem TSV Buchbach, die sich Ende Oktober erneut im Grünwalder im Ligabetrieb gegenüberstehen, treffen übrigens die beiden einzigen Mannschaften aufeinander, die in dieser Saison noch ungeschlagen sind.
Bei den Erwartungen hinsichtlich des Zuschauer-Interesses gehen die Schätzungen weit auseinander, aber natürlich hoffen beide Kontrahenten, dass die Marke von 10.000 Fans geknackt werden kann – bares Geld für beide Vereine, schließlich werden im Pokal die Einnahmen geteilt.
„1860 hat natürlich eine sehr gute Regionalliga-Mannschaft und auch wenn die Löwen einen Tag weniger Pause hatten als wir, sehe ich das nur bedingt als Vorteil, schließlich sind die Löwen-Spieler alles Vollprofis. Es kann natürlich sein, dass die Löwen etwas mehr rotieren als wir“, so Zurawka, der wohl auch kleinere Umstellungen vornehmen wird: „Die Jungs sind alle gut drauf. Wir haben im Verhältnis zu anderen Vereinen wenig Verletzte und jeder meiner Spieler hat sich dieses Spiel verdient. Für die meisten Jungs ist es ja das Spiel vor der größten Kulisse, vor der sie jemals gespielt haben. Das gilt aber auch für mich als Trainer.“ In dieser Konstellation ist es für Buchbach ohnehin ein einzigartiges Spiel, auch wenn Ende Oktober beim erneuten Aufeinandertreffen das Grünwalder wohl sicher ausverkauft sein wird. Der Kader der Rot-Weißen wird genauso aussehen wie am Samstag, als in der SMR-Arena das „Erdinger Volksfest“ gefeiert wurde, die Spieler aber trotz des ersten Platzes aus eigenen Stücken auf Alkohol verzichtet haben. „Daran sieht man schon, wie ehrgeizig die Jungs sind. Das ist eine starke Einstellung“, so der Buchbach-Coach, der klar macht: „Es wird Anpassungen geben, aber wir werden sicher nicht auf acht Positionen rotieren.“
Wenn die Löwen und der TSV Buchbach heute um das letzte verbliebene Viertelfinalticket kämpfen, ist ab 18.45 Uhr auch DF1 dabei. Basti Schwele wird das Spiel kommentieren, ihm assistiert Ex-Löwen-Kapitän Sascha Mölders, der nach dem Zwangsabstieg 2017 die 0:1-Liga-Niederlage in Buchbach miterleben musste. Im Rückspiel setzte sich die Mannschaft des damaligen Trainers Daniel Bierofka nach dem zweiten Zwangsabstieg der Vereinsgeschichte dann knapp mit 2:1 durch. Zweimal trafen die Blauen und der knapp 60 Kilometer weiter östlich beheimatete Dorfklub bisher auch im Toto-Pokal aufeinander: In der Saison 2018/19 und 2021/22 gastierten die Löwen jeweils als Drittligist im Viertelfinale beim Regionalligisten in Buchbach: 2018 gewannen die Münchner 2:0, 2021 zogen die Löwen mit dem Ex-Buchbacher Stefan Lex durch einen Last-Minute-Treffer des aktuellen Löwen-Kapitäns Dennis Dressel mit 3:2 in die nächste Runde ein.