Vier Athleten, drei Nationen, ein Verein

von Redaktion

Kay Strohmeyer, Jana Meier, Puck Elsendoorn und Alina Bühl starten bei WM in Weert

Kiefersfelden – Vier Athleten, drei verschiedene Nationen – und eine gemeinsame sportliche Heimat: Wenn vom 10. bis 13. September im niederländischen Weert die weltbesten Seilbahn-Wasserskiläufer um die WM-Titel kämpfen, bietet sich aus Sicht des WSC Kiefersfelden-Rosenheim eine außergewöhnliche Konstellation. Kay Strohmeyer und Jana Meier starten für Deutschland, Puck Elsendoorn vertritt ihr Heimatland Niederlande und Alina Bühl geht bei der zeitgleich ausgetragenen U19-Weltmeisterschaft für Österreich ins Rennen. An ihrer Seite: Trainer Juri Ryktser, der die vier Athleten aus dem Kiefersfeldener Trainingsumfeld durch den wichtigsten Wettkampf des Jahres begleiten wird.

Die Titelkämpfe in Weert versprechen aus Kiefersfeldener Sicht entsprechend viel Spannung. Eine der größten Medaillenhoffnungen ist Alina Bühl. Die für Österreich startende U19-Athletin hat über die gesamte Saison eindrucksvoll bewiesen, dass sie insbesondere im Slalom und Trickski zur absoluten Weltspitze ihrer Altersklasse gehört. Ihre Generalprobe beim Biber Cup geriet zur Machtdemonstration. Im Slalom erreichte Bühl 1,0 Boje an der 10,75-Meter-Leine, im Trickski setzte sie mit 6.000 Punkten ein weiteres Ausrufezeichen. Auch das Springen entschied sie mit 37,3 Metern für sich und erreichte damit die perfekte Overall-Wertung von 3.000 Punkten. Diese Leistungen waren keineswegs ein einmaliger Ausreißer. Bühl präsentiert sich während der gesamten Saison konstant auf höchstem Niveau. Entsprechend selbstbewusst darf sie nach Weert reisen: Im Slalom und Trickski zählt Alina Bühl zu den Topfavoritinnen auf den U19-Weltmeistertitel.

Für Jana Meier geht es in Weert um einen ganz persönlichen Traum. Die deutsche Slalomspezialistin will bei der Weltmeisterschaft nicht nur um das Finale kämpfen – sie möchte ganz nach oben auf das Podest. Dass sie dazu das sportliche Potenzial besitzt, hat Meier mehrfach bewiesen. Bei ihrer Generalprobe in Kirchheim erreichte sie ebenfalls 1,0 Boje an der 10,75-Meter-Leine. Damit erzielte sie exakt dasselbe Weltklasseergebnis wie Alina Bühl. Schon bei den deutschen Meisterschaften Anfang Juli, die ebenfalls auf der WM-Anlage in Weert ausgetragen wurden, erreichte Meier in beiden Slalomläufen 2,0 Bojen an der 11,25-Meter-Leine und wurde deutsche Vizemeisterin. Sie kennt die Anlage also bestens – ein Vorteil, der bei einer Weltmeisterschaft wertvoll sein kann.

Kaum ein deutscher Seilbahn-Wasserskiläufer hat in dieser Saison für so viele Schlagzeilen gesorgt wie Kay Strohmeyer. Der Kiefersfeldener hat sich endgültig in der internationalen Spitze etabliert und reist mit Podestchancen in allen drei Disziplinen sowie im Overall nach Weert. Im Slalom gelangen ihm in dieser Saison Ergebnisse bis hinein an die extrem kurze 9,50-Meter-Leine. Bei den deutschen Meisterschaften auf der WM-Anlage in Weert sicherte er sich den deutschen Titel, beim Europacup in Asten gewann er ebenfalls den Slalom und zusätzlich Trickski und Springen. Sein vielleicht größtes Ausrufezeichen setzte Strohmeyer jedoch auf der Sprungschanze. Mit 64,50 Metern stellte er einen neuen deutschen Rekord auf. Eine Weite jenseits der 64-Meter-Marke zeigt, welches Potenzial der Kiefersfeldener inzwischen auch in seiner dritten Disziplin besitzt. Damit gehört Strohmeyer zu den wenigen Fahrern, die bei einer Weltmeisterschaft in Slalom, Trickski, Springen und damit auch im Overall ganz vorne eingreifen können. Hinter seiner unmittelbaren WM-Vorbereitung steht allerdings ein Fragezeichen. Beim letzten Wettkampf in Kirchheim stürzte Strohmeyer bei seinem abschließenden Sprung spektakulär und zog sich Prellungen am Oberkörper zu. Für Strohmeyer und Trainer Juri Ryktser werden deshalb die letzten Tage vor der WM entscheidend. Ist Kay Strohmeyer rechtzeitig wieder bei hundert Prozent, darf man ihm in jeder Disziplin einen Platz auf dem Podest zutrauen.

Für Puck Elsendoorn wird die Weltmeisterschaft ebenfalls zu einem ganz besonderen Erlebnis. Die Niederländerin startet vor heimischem Publikum und kennt die Anlage in Weert bestens. Ihr Ziel ist klar definiert: Elsendoorn möchte den Sprung in das Finale der besten zwölf Sportlerinnen schaffen. Dass sie auf ihrer Heimanlage für eine Überraschung sorgen kann, hat sie bereits bewiesen. Bei den niederländischen Meisterschaften Anfang Juli in Weert gewann sie die nationale Open-Wertung im Trickski. Mit der Unterstützung des Publikums und der vertrauten Anlage im Rücken will sie nun den nächsten Schritt machen.re

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