Rosenheim – Der Knoten ist geplatzt! Im dritten Anlauf hat der TSV 1860 Rosenheim das erste Inn/Salzach-Duell in der laufenden Saison der Fußball-Bayernliga Süd gewonnen. Dabei stand das Chancenbarometer vor Spielbeginn nicht gerade hoch, schließlich gastierte am Freitagabend der aktuelle Tabellenvierte SV Erlbach im Beck-und-Fraundienst-Stadion. Dieser musste mit einer 0:1-Niederlage frustriert die Heimreise ins Holzland antreten.
Die Sechziger waren drei Spieltage lang ohne Sieg und in die Abstiegsrelegationszone abgerutscht. Chefcoach Wolfgang Schellenberg nahm gegenüber der 1:3-Niederlage beim SV Kirchanschöring vor einer Woche aber nur eine Änderung in der Startelf vor und brachte Aini Merepeza statt Audai Elghatous. Sein Team stand in der ersten Halbzeit tief und bekam wenige Möglichkeiten, Akzente nach vorne zu setzen. Die Gäste mit der besten Abwehr der Liga hatten die Spielkontrolle, einen sauberen Spielaufbau und ließen die Kugel gekonnt laufen, während es die Gastgeber mit weiten Bällen versuchten. Brenzlig wurde es in der 17. Minute, nachdem Erlbachs Maximilian Sammereier einen strammen Flachschuss abfeuerte, Goalie Simon Stein in das bedrohte Eck abtauchte, den Ball aber nur an den Innenpfosten lenken konnte, von wo er zurück an seinen Körper sprang und gerade noch von der Torlinie gekratzt werden konnte. „In der ersten Halbzeit haben wir uns schon schwer getan, da war schon die eine oder andere kritische Phase zu überstehen“, bilanzierte Schellenberg.
Mit dem 0:0 zur Halbzeitpause durften die Hausherren zufrieden sein. Auf der Habenseite an eigenen Gelegenheiten gab es einen tückischen Distanzschuss von Steven Khong-In, den Gästekeeper Egon Weber um den Pfosten lenkte. Nach einer Ecke rutschte dem unermüdlichen Kapitän Michael Summerer in aussichtsreicher Position der Ball über den Spann. Bei den Standards der Gegner machte das Rosenheimer Team diesmal eine wesentlich bessere Figur als bei der letzten Niederlage.
Ein ganz anderes Bild gab es nach der Halbzeitpause. Die Gastgeber hatten den Hebel umgelegt und besannen sich mehr auf ihr eigenes Offensivspiel – was in der 50. Spielminute mit dem 1:0-Führungstor durch Edis Muhameti belohnt wurde. Ein Geniestreich des jungen Angreifers, der bisher sechsmal einnetzen konnte. Von rechts drang er unaufhaltsam in den Strafraum und nagelte die Kugel aus kurzer Distanz diagonal in den Giebel, von wo sie noch an den Pfosten sprang und dann im Netz landete. „Die zweite Halbzeit war von uns deutlich besser, wir haben mehr Druck aufbauen und den Gegner von unserem Tor fernhalten können und kaum mehr was zugelassen“, freute sich Schellenberg nach dem Schlusspfiff. Selbst Möglichkeiten auf einen weiteren Treffer waren gegeben. Auf der anderen Seite hatten die Gäste mit einem Pfostentreffer in der 73. Minute und einem Lattentreffer in der 82. Minute Pech.
Erlbachs Trainer Lukas Lechner fand, dass sein Team gut in das Spiel gekommen sei. Sie hätten gegen einen so tief stehenden Gegner aber zu wenige Lösungen gefunden. „Dann machen wir kurz nach der Halbzeit einen Fehler und geraten in Rückstand, dann wird es noch schwerer. Wir hatten noch einen Lattentreffer und bekamen keinen Elfmeter, der nach unserer Meinung einer war. Die Jungs haben aber alles reingeworfen, es war nicht unser Tag.“ Erlbach drängte in den Schlussminuten noch einmal mächtig auf den Ausgleich, der fleißige Khong-In wehrte für seinen Keeper die letzte Möglichkeit kurz vor der Linie ab. Entscheidend war für Schellenberg, „dass wir den Gegner vom Tor weggehalten und in der zweiten Hälfte in einen unkontrollierten Spielaufbau gebracht haben. Deshalb konnten sie sich den Ball nicht mehr so zurechtlegen wie phasenweise in der ersten Hälfte.“
TSV 1860 Rosenheim: Stein, Kasumovic, Ünal (61. Xhelili), Hilger, Merepeza (61. Türk), Muhameti (91. Elghatous), Tutic, Khong-In, Martens, Summerer, Markulin (91. Syed).
Schiedsrichter: Hafeneder (TuS Holzkirchen).
Zuschauer: 303.
Tore: 1:0 Edis Muhameti (50.).