Rosenheim – Die Erleichterung beim TSV 1860 Rosenheim war groß. Mit dem 1:0-Erfolg im Inn/Salzach-Duell gegen den SV Erlbach feierte die junge Rosenheimer Mannschaft den zweiten Saisonsieg und schob sich auch in der Tabelle der Fußball-Bayernliga Süd etwas aus dem Tabellenkeller. Nun gilt es aber, am heutigen Samstag um 14 Uhr beim FC Ismaning nachzulegen.
„Natürlich waren wir glücklich über den Sieg. Vor allem, weil wir die Punkte nicht eingerechnet hatten. Der Erfolg war gut für die Stimmung und das Selbstvertrauen“, blickt 1860-Trainer Wolfgang Schellenberg auf den wichtigen Dreier zurück. Rosenheims Übungsleiter ist aber keiner, der deshalb in Euphorie verfällt – er tritt eher noch auf die Bremse. „Wir gehen Schritt für Schritt. Es war nur eines von 34 Spielen.“
Das nächste Spiel ist bekanntlich immer das wichtigste. Und mit dem FC Ismaning steht den Sechzigern nun ein Gegner bevor, der gerade offensiv einiges an Qualität mitbringt. Der Blick richtet sich dabei vor allem auf Philip Kuhn, der mit sieben Saisontoren die Torjägerliste der Liga mit anführt. „Da müssen wir schauen, ob wir alles wegverteidigen können“, prognostiziert Schellenberg Schwerstarbeit für seine Defensive, die in Ismaning auf den gelbgesperrten Christoph Hilger verzichten muss.
Für 1860 wäre die Partie beim Tabellennachbarn ein guter Zeitpunkt, um auch auswärts den ersten Sieg einzufahren. Bisher holte die Schellenberg-Elf auf fremdem Rasen nur einen Zähler in vier Spielen. Besonders die Offensive hat dabei ihre Probleme. Erst zweimal netzten Edis Muhameti und Co. auswärts ein. Für Schellenberg spielt der Spielort allerdings „keine Rolle“. „In unserer Liga ändert das nichts. Man spielt in Kirchanschöring genauso vor 300 Zuschauern wie in Rosenheim“, stellt der Coach klar.
Wie es auswärts geht, hatte 1860 im bayerischen Toto-Pokal gezeigt. Als Generalprobe vor dem ersten Ligaspiel gewann Rosenheim nämlich im Verbandspokal in Ismaning mit 2:1. „Da waren beide Teams noch in der Testphase“, weiß Schellenberg, der diesem Spiel dennoch eine große Wichtigkeit zuschreibt: „Da haben wir gesehen, welches Tempo uns in der Liga erwartet.“ Inzwischen haben beide Mannschaften neun Ligaspiele absolviert und befinden sich in einer komplett anderen Phase der Saison. Das Pokalspiel bleibt aber im Hinterkopf. So glaubt Schellenberg: „Sie werden nach Revanche sinnen.“