Gute Beine, guter Kader

von Redaktion

Neuer kehrt in Bremen ins Bayern-Tor zurück, Thiago und Martinez sitzen zumindest auf der Bank

München – Die Qualität von Fußballerbeinen wird heutzutage viel zu selten gewürdigt. Dabei braucht man gar kein Fachmann wie Carlo Ancelotti zu sein, um zu wissen, dass mit müden Muskeln sich der ganze Kickerkörper nur schwer bewegen lässt. Vor einer Woche, als der FC Bayern sein erstes, noch ziemlich zähes Bundesligaspiel gegen Leverkusen bestritt, erkannte der Trainer die Ursache des wenig dominanten Spiels klar und deutlich: „Wir hatten noch nicht die Beine, um offensiv zu pressen.“ Am Samstag, beim Gastspiel in Bremen, rechnet er mit erheblichen Fortschritten: „Die Beine werden besser sein.“

Diese Ankündigung gilt nicht nur allgemein für die Fitness der gesamten Mannschaft, sondern konkret für die Befindlichkeit mehrerer zuletzt verletzter Spieler. Während die Bayern noch am Ende der Vorbereitung eine beunruhigend lange Verletztenliste aufwiesen, sind die meisten Patienten mittlerweile genesen. Manuel Neuer zum Beispiel, der vier Monate an einer Fußverletzung laborierte, ist nach nur wenigen Trainingseinheiten bereits wieder vollkommen selbstverständlich die Nummer eins. Ancelotti vergaß am Freitag zwar nicht, den Stellvertreter Sven Ulreich zu loben, doch Fakt ist nun mal: „Manu ist der beste Torwart der Welt.“

Damit ist Neuer einen Schritt weiter als Javi Martinez, der am Freitag nach ausgeheilter Wadenblessur die Reise in den Norden ebenso mit antrat wie Thiago (zuletzt Bauchmuskelzerrung). Beide Spanier werden in Bremen aber zunächst auf der Bank Platz nehmen. Beim Kolumbianer James schließlich steht am Montag ein Termin an, um die Fortschritte nach seinem Muskelbündelriss im Oberschenkel zu prüfen. Zuletzt hatte es Irritationen gegeben, als sich andeutete, dass der kolumbianische Verband seinen Star für die WM-Qualifikationspiele nächste Woche einplant. Das hat einige Entscheidungsträger im Verein beunruhigt, nicht jedoch den von Natur aus tiefenentspannten Ancelotti. Sollte James gesund sein, „ist das okay für mich“.

Bis auf Bernat und Boateng sind damit alle Spieler fit oder fast fit. Ihr Trainer ist sich sicher, dass der Kader besser als letztes Jahr ist. Auch einen weiteren Abgang – den von Renato Sanches – würde er verkraften: „Wenn er bleibt, ist das okay. Wenn er sich entscheidet zu gehen, ist das auch okay.“  mb

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