Ein Sieg von besonderem Wert

von Redaktion

Bogenschießen: Kristina Heigenhauser holt nach überwundener Krebserkrankung DM-Titel

Von Eva Oestereich

Hallbergmoos – Wenn man die Titelsammlung von Kristina Heigenhauser betrachtet, wäre der Gewinn der Deutschen Meisterschaft an und für sich eine vergleichsweise kleine Nummer. Weltmeisterin 2013 war die Bogenschützin von der BSG Ebersberg, Weltrekordhalterin und Weltcup-Starterin. Das Gold vom Wochenende genießt im persönlichen Ranking der 29-Jährigen allerdings einen ähnlich hohen Stellenwert. Denn es ist der erste Titel nach einer gerade überwundener Krebserkrankung. „Ich bin hier völlig ohne Erwartungen hergekommen“, so die Compound-Schützin, die bei der DM in Hallbergmoos so eindrucksvoll ihr Comeback feierte.

Nach der Diagnose Krebs im vergangenen August und Chemotherapie steht sie erst seit Jahresbeginn wieder auf dem Platz. „Die Finger sind noch schmerzempfindlich, doch nach dem Aufwärmen geht’s“, so die Sportlerin. Als Vorrundenbeste ging sie bei der DM mit 698 Ringen vom Platz, stand nach konstanten Leistungen in Achtel- und Viertelfinals schließlich gegen ihre Nationalkader-Kollegin Pia Eibeck im Finale – und siegte mit zwei Ringen Vorsprung. Und Heigenhauser hat schon das nächste Ziel im Visier: Nun will sie sich bei einem Ausscheidungsschießen am kommenden Wochenende das WM-Ticket sichern.

Die Erwartungen von Bundestrainer Oliver Haidn vollends erfüllt haben die Recurve-Schützinnen: Mit der Olympiazweiten Lisa Unruh (Berlin), die sich in einem Wimpernschlag-Finale gegen Michelle Kroppen (Jena) mit dem letzten Stechschuss (10:9) durchsetzte, sowie Elena Richter (3., Berlin) (Bronze) und Veronika Haidn-Tschalova (Tacherting) standen der weibliche Bundeskader in der Endrunde.

Nicht ganz zufrieden zeigte sich Haidn mit der Vorstellung der Männer: Einzig Florian Kahllund (Fockbek), der im Finale ähnlich knapp wie seine Freundin Unruh im Stechen gegen Camilo Mayr (Welzheim) die Oberhand behielt, bestätigte seine Form. Die Scharte ausmerzen können die Männer in den nächsten beiden Tagen bei der WM-Qualifikaton in Hallbergmoos.

Für das Nationalteam wärmstens empfohlen haben sich die bayerischen Starter Moritz Wieser (Tacherting) und Charline Schwarz (Feucht), die bei der Jugend mit herausragenden Ergebnissen DM-Gold holten.

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