München – Seit Wochen war es die letzte große Frage bei den Personalien des FC Bayern: Was wird aus Renato Sanches? Bevor die Münchner Mitte August auf ihre Asienreise aufgebrochen waren, stand eine Ausleihe des 20-Jährigen zur Debatte, dann aber sorgte er erstmals seit langer Zeit für Lichtblicke. Gestern Abend aber kam nun doch eine Trennung zunächst für ein Jahr zustande. Der portugiesische Europameister wechselt bis zum nächsten Sommer auf Leihbasis zum FC Swansea auf die britische Insel.
Das Missverständnis, das sich der FC Bayern vor einem Jahr eine Ablösesumme von 35 Millionen Euro kosten ließ, macht nun also ein Jahr Pause. Der Plan sieht vor, dass der Mittelfeldallrounder Spielpraxis sammelt und dann wieder an die Säbener Straße zurückkehrt. Die Bayern stellten klar, dass keine Kaufoption vereinbart sei. In seinem ersten Jahr beim deutschen Rekordmeister hatte Sanches zu keiner Zeit überzeugen können. Die finanziellen Eckdaten lesen sich angesichts der bisher schwachen Darbietung des Talents gut; Swansea bezahlt 8,5 Millionen Leihgebühr. Bei den Briten ist Paul Clement Chefcoach, er kam im Winter aus München und ist mit Sanches vertraut.
„Wir wollten einen Klub, bei dem Renato auf hohem Niveau spielen kann“, sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, „bei dem er einen Trainer hat, der auf ihn setzt.“ Auch Paris St. Germain, Juventus Turin und der FC Liverpool sollen Interesse gehabt haben. „Renato muss kontinuierlich spielen, das ist bei unserem Kader nicht gewährleistet“, sagte Rummenigge, Sanches wisse nun, „dass er Gas geben muss“.
Aufgegeben haben die Bayern den 13-maligen Nationalspieler noch nicht, obwohl er es im letzten Jahr bei 25 Pflichtspielen nur zwei über 90 Minuten brachte. Aber auf der Asienreise gegen Chelsea habe er laut Rummenigge gezeigt, „weshalb wir ihn geholt haben – da ging er ab wie eine Rakete“. Andreas Werner