Konkurrenzkampf? Bierhoff relativiert Löws Ansage

von Redaktion

24 Spieler hatte Bundestrainer Joachim Löw für das WM-Qualifikations-Doppel in Tschechien und gegen Norwegen nominiert – doch nur 22 sind ins Training eingestiegen. Serge Gnabry, der an Hoffenheim ausgeliehene Bayern-Spieler, musste absagen, er ist am Sprunggelenk verletzt. Für ihn fast schon ein bisschen tragisch, denn er gehört zu den Spielern, die im Sommer nicht zum Confed-Cup-Team gehörten, sondern mit der U 21 zwar erfolgreich, aber außerhalb des Löwschen Sichtfeldes agierten. Es wären am Freitag und Montag zwei wertvolle Gelegenheiten gewesen, sich dem Trainer direkt zu zeigen. In Sami Khedira passte auch ein Rückkehrer – vorläufig fürs erste Spiel, wegen einer Kniereizung.

Das Wort Konkurrenzkampf (und er soll härter sein als jemals zuvor, seit Joachim Löw 2006 Chef-Bundestrainer wurde) steht derzeit über allem. Die Erfolge der Zweitvertretung beim Turnier in Russland und der U 21 bei ihrer EM in Polen haben die etwas ältere Generation unter Druck gesetzt. Oder doch nicht?

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hat Löws Ansage gestern ein wenig relativiert: „Der Erfolg beim Confederations Cup war eine tolle Leistung – aber man muss die Relationen sehen. Es waren auch Mannschaften wie Kamerun und Australien dabei. Wir werden bei der WM auf stärkere Gegner treffen.“ Mit Abstand zum Turnier hört sich die Wertschätzung für die Kontrahenten (Löw hatte gesagt: „Jeder ist kontinentaler Meister“) geringer an. Unumstritten seien Können wir Toni Kroos oder Manuel Neuer. Die Spekulationen, die nun aufkommen, seien „gut für Umfragen“..

Denken die Spieler schon alle an die WM? Nun ja, einer wie der Kölner Jonas Hector ist ehrlich: „Im Vordergrund steht aktuell der Verein. Die WM ist ein bisschen im Hinterkopf.“ Er selber hat sich auf der linken Außenbahn ziemlich unentbehrlich gemacht, war einer der wenigen Stammspieler, die auch zum Team für den Confed-Cup gehörten. „In der Nationalmannschaft kann man sich aber nicht ausruhen“, ist ihm bewusst, „sonst kommt einer auf der Überholspur und nimmt dir den Platz weg.“ Günter Klein

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