Im Stürmer-Paradies

von Redaktion

Löw: Es gibt keine Hierarchie – Auch Wagner noch mit Chancen

Prag – Wenn der DFB einen Länderspiel- oder Turnierkader bekannt gab, hob er zuletzt die klassische Aufteilung nach Sparten an einer Stelle auf. Es gab Torhüter, es gab Verteidiger – doch nur noch eine offensive Kategorie: „Mittelfeld und Angriff“. Hintergrund der Fusion: Bei der WM 2014 hatte man als klassische Spitze eigentlich nur Miroslav Klose, 2016 bei der EM ausschließlich Mario Gomez – es hätte die Gegnerschaft nicht beeindruckt, wenn sie lediglich einen Namen zu lesen bekommen hätte. Darum hat Joachim Löw seine Männer für ganz vorne in der breiten Masse an Kreativspielern aller Art aufgehen lassen.

Doch mit Beginn der WM-Saison wähnt der Bundestrainer sich im Stürmer-Paradies. In Timo Werner, der am Freitagabend in Prag abgebrüht das 1:0 gegen Tschechien erzielte, hat er den Spieler mit Jugend und Tempo, in Mario Gomez den Routinier mit Persönlichkeit und immer noch guten Tagen und in Lars Stindl einen schlauen Mann „für die Zwischenräume“, den die Gegner schwer zu fassen kriegen – weil sie ihn als internationalen Neuling noch nicht richtig kennen. Ja, und Löw nennt noch einen weiteren Namen: Sandro Wagner, den Hoffenheimer, den er für die Maßnahme mit den Qualifikationsspielen gegen Tschechien und Norwegen gar nicht nominiert hat. „Aber beim Confed Cup hat er mich im Training und als Person überzeugt.“ Wagner reiht er in die Kategorie Gomez ein.

„Eine Hierarchie mit Stürmer eins, Stürmer zwei, Stürmer drei haben wir nicht“, sagt Löw, „wir haben unterschiedliche Typen, und darüber bin ich sehr froh“.

Timo Werner hat noch sein Imageproblem (DFB-Manager Bierhoff: „Weil er für einen bestimmten Klub spielt“), den jetzigen Leipziger mit VfB-Vergangenheit würden am Montag in Stuttgart wohl Pfiffe erwarten. Man kann aber auf Löw-Diplomatie setzen: Gegen Norwegen wird Mario Gomez spielen.  gük

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