Block- und Kneipensturm

von Redaktion

Erkenntnisse über Störer von Prag: 13 Personen identifiziert

Stuttgart – Die offiziellen Vertreter der Nationalmannschaft hatten sich am Sonntag noch ein wenig geziert, die Stadionbesucher in der Prager Eden Arena, die auf diverse Art das Spiel gegen Tschechien gestört hatten, als Nazis zu benennen. „Krawallmacher“, „Chaoten“, das war die von Bundestrainer Joachim Löw verwendete Terminologie. Und Team- und Verbandssprecher Jens Grittner sagte: „Auf jeden Fall sind sie keine Fans.“

Deutlicher wurde am Sonntagabend in einer SWR-Sportsendung DFB-Präsident Reinhard Grindel, der von „Leute, die Neonazisprüche machen“ sprach. Ihn wird die Sache noch länger beschäftigen, weil er der Ansprechpartner der FIFA ist, die in der Sache Ermittlungen anstellen kann (der Weltverband wartet den offiziellen Spielbericht ab). Und er will sie auch selbst auf die Tagesordnung setzen bei der nächsten Zusammenkunft der UEFA-Exekutive am 20. September. Grindel hatte kritisiert, dass es für deutsche Problemfans offensichtlich ein Leichtes war, in Tschechien an Karten vorbei am deutschen Kontingent für den Fanclub Nationalmannschaft zu kommen. Er will europaweiter Richtlinien, den Karten(vor)verkauf besser zu kontrollieren – wie es über Personalisierung der Tickets teils geschieht.

Gerüchtehalber ist auch von einem Blocksturm die Rede: Die rund 200 Störer sollen sich illegal Zutritt nahe des offiziellen DFB-Sektors verschafft haben. DFB-Vizepräsident Rainer Koch ist zu Ohren gekommen, dass ein Teil dieser Leute in einer Prager Kneipe den Wirt gezwungen habe, einschlägiges Nazi-Liedgut abzuspielen.

Die sächsische Polizei hat derweil Bildmaterial aus Prag ausgewertet und 13 Personen aus der Dresdner Fanszene identifiziert, zwei von ihnen als Gefährder bekannt.

Gestern Abend in Stuttgart ein DFB-Aufruf an die Fans: „Die schweigende Mehrheit soll die laute Mehrheit werden.“  gük

Artikel 1 von 11