Nürnberg – Michael Köllner runzelte die Stirn und fand immer wieder neue, deftige Worte für seine Enttäuschung. Trotz eines klaren Chancenplus, mehrerer Lattentreffer und reifer Spielanlage musste der Trainer des 1. FC Nürnberg am Ende über eine Heimniederlage referieren. „Das Spiel hat an sich 100-prozentig gepasst. Alle Spieler haben sich super präsentiert“, erklärte der Trainer der Franken nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC St. Pauli am Montagabend.
Nach dem Traumstart in die 2. Liga mit sechs Punkten und dem Erreichen der zweiten Pokalrunde ist bei den Franken Ernüchterung eingekehrt. Seit drei Liga-Spielen ist der FCN sieglos, Niederlagen gegen Aue und St. Pauli sind in einem Plan, der zurück in Richtung Bundesliga führen soll, nicht einkalkuliert. Auch für Köllner nicht.
Der 47 Jahre alte Köllner, der beim Club nebenbei noch immer das Nachwuchsleistungszentrum leitet, gilt als Arbeitstier und detailversessen. Zuletzt berichtete er davon, dass er nachts wach liege, weil sein Team so hervorragend trainiert hatte. Pro Einheit setzt Köllner fünf Stunden Vorbereitungszeit an, wie der „kicker“ schrieb. Der Fortschritt bei den Franken, die am Montag erstmals im 3-4-3-System antraten, ist erkennbar, doch die Siege blieben zuletzt aus.
Auch Führungsspieler Hanno Behrens konnte sich die Niederlage durch das Tor von Waldemar Sobota nur schwerlich erklären. „Das ist maximal unglücklich“, befand der Kapitän. „Das tut uns natürlich weh.“ Selbst die Ausfälle des langfristig fehlenden Sebastian Kerk und des verletzt ausgewechselten Kevin Möhwald steckten die Nürnberger letztlich locker weg.
Selbst Pauli-Trainer Olaf Janßen musste eingestehen, dass es pro Jahr zwei Spiele gebe, „die gewinnst du einfach und weißt nicht wieso“. Club-Coach Köllner blickte bereits nach vorne, schon am Samstag sind die ambitionierten Nürnberger in der wohl ausgeglichensten 2. Liga seit Jahren wieder gefordert. „Auf diese Leistung lässt sich aufbauen, das ist immer das Wichtigste“, sagte der Oberpfälzer mit Blick auf das anstehende Spiel in Duisburg. Er hätte kein Problem damit, zu gewinnen und nicht zu wissen warum. „Wir hoffen, dass wir irgendwann mal ein paar dreckige Tore schießen, die uns dann drei Punkte bescheren“, sagte Köllner. dpa