„Pack mer’s“ – DFB-Frauen starten Versöhnungstournee

von Redaktion

Auftakt der WM-Qualifikation gegen Slowenien in Ingolstadt – Bayerns Simone Laudehr vor ihrem 100. Länderspiel

VON ANDREAS WERNER

Ingolstadt – Im Hotel „The Monarch“ in Bad Gögging ist das Foyer voll auf die sportlichen Gäste eingestellt. Neben der Treppe zum Speisesaal im ersten Stock lenkt ein riesiger Pappaufsteller von Sara Däbritz die Blicke auf sich; neben der Rezeption wurde das Plakat für das Länderspiel der deutschen Fußballfrauen am heutigen Samstag gegen Slowenien in Ingolstadt (14 Uhr/ZDF) aufgebaut. Der Slogan zum Start der WM-Qualifikation ist bayerisch-einprägsam: „Pack mer’s!“ Nach dem historischen Scheitern im Viertelfinale der EM gilt die WM-Qualifikation auch als eine Versöhnungstournee.

48 Tage nach dem Aus gegen Dänemark beginnt nun die zweite Chance für Bundestrainerin Steffi Jones, die 17 Spielerinnen von der EM wieder nominiert hat. Slowenien firmiert als dankbarer Aufbaugegner; zwei Mal trat man bisher gegeneinander an, es gab zwei deutsche Siege bei einem Torverhältnis von 17:0. Das 13:0 im ersten Duell, damals bei der Qualifikation für die WM 2015, war der zweithöchste Pflichtspielsieg in der DFB-Geschichte. Nur beim 17:0 über Kasachstan im Jahr 2011 gab es noch mehr Treffer zu bejubeln. Generell wird die Qualifikationsgruppe 5 kaum Probleme bescheren. Nur Island war bei der EM, die weiteren Gegner heißen Tschechien (dort spielt man am Dienstag in Prag, 18 Uhr/ARD) und Färöer, die zum Auftakt gleich mal 0:8 gegen Tschechien verloren. Jeder Erste der sieben Gruppen hat das Ticket für die WM 2019 in Frankreich sicher.

Steffi Jones will ihren radikalen Stilwechsel fürs Erste leicht modifizieren; Sicherheit und Stabilität lautet das oberste Gebot, um neues Zutrauen in die eigenen Möglichkeiten zu gewinnen. Beim Prozess, wieder zu sich selbst zu finden, wird Simone Laudehr eine Schlüsselrolle zugedacht. Die Bayern-Spielerin, die seit ihrem Außenbandriss beim Olympia-Start in Brasilien gegen Simbabwe nur zusehen konnte, feiert nach 13 Monaten Auszeit ihre Rückkehr.

In den ersten Trainingseinheiten beim DFB-Team übernahm sie gleich wieder eine Leader-Position, Steffi Jones war äußerst angetan, wie Simone Laudehr den Kontakt zu den Kolleginnen suchte, die Jungen zum Beispiel nach Fehlpässen aufbaute und sich insgesamt elanvoll einbrachte. „Ihre Leidenschaft und ihr Ehrgeiz sind wichtig, gerade in dieser Phase“, so die Bundestrainerin, „es ist Freude pur, sie hier zu erleben. Sie ist eine absolute Leaderin, ich bin sehr froh, dass sie wieder bei uns ist.“ Die Münchnerin steht vor ihrem 100. Einsatz im Trikot der DFB-Auswahl. Und ist das lebende Beispiel für den Slogan: „Pack mer’s!“

Artikel 1 von 11