„Jetzt erst mal Schluss“

von Redaktion

Kühne dreht beim Hamburger SV den Geldhahn zu

Hamburg – Investor Klaus-Michael Kühne (80) zieht sich beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV offenbar zurück. Nach Investitionen „von ungefähr 60 Millionen Euro“ will der Logistik-Unternehmer und Klub-Anteilseigner zunächst kein weiteres Kapital in den HSV pumpen. „Für mich ist jetzt erst mal Schluss“, sagte Kühne dem „Handelsblatt“. Die aktuellen Ablösesummen und den Transfermarkt im Fußball bezeichnete er als „beängstigend“.

HSV-Vorstandschef Heribert Bruchhagen nahm die Aussagen von Kühne zum möglichen Ende der Millionen-Unterstützung gelassen zur Kenntnis. „Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass das Verhältnis zwischen Kühne und dem HSV behaftet ist, das Gegenteil ist richtig“, sagte Bruchhagen gestern. „Der HSV ist ihm eine Herzensangelegenheit.“ Auch Trainer Markus Gisdol glaubt offenbar nicht, dass sich der Investor wirklich zurückzieht. „Ich habe das auch nur gelesen und bin dabei entspannt“, meinte der Coach.

Die Norddeutschen wollen einerseits unabhängiger von Kühne werden, sind aber durch den hohen Schuldenberg immer wieder gezwungen, auf seine Hilfe zurückzugreifen. Ohne die Unterstützung des Milliardärs bei den Wintertransfers hätte der HSV möglicherweise nicht die Klasse gehalten, „es muss aber immer auch unser Ziel sein, autark zu sein“, führte Bruchhagen aus.

Zudem stelle sich die Frage der momentanen finanziellen Unterstützung nicht, erst im März 2018 müsse der HSV für das Lizenzierungsverfahren zur neuen Spielzeit überlegen, ob er Hilfe benötige.

Nach eigenen Aussagen hat der Unternehmer Kühne ungefähr 60 Millionen Euro in den HSV investiert, wovon rund die Hälfte eine Beteiligung an der HSV Fußball AG sei.  sid

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