Denver – Trotz heftiger Kritik der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) haben sich elf weitere Nationale Anti-Doping-Agenturen (NADOs) für einen Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang ausgesprochen. Damit erhöht sich die Zahl der Befürworter auf 28 NADOs.
Das russische Olympia-Komitee ROC sei im schlimmsten Fall ein „ein Komplize oder sogar Aktivposten“ im korrupten Anti-Doping-Programm der russischen Anti-Doping-Agentur gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Dachorganisation iNADO.
17 nationale Agenturen, darunter die deutsche NADA, hatten bereits wenige Tage zuvor gefordert, das ROC aufgrund nachgewiesener Manipulation bei Olympia 2014 in Sotschi nicht zu den Spielen in Südkorea zuzulassen.
Dies war bei der WADA auf Kritik gestoßen. WADA-Chef Craig Reedie verwies auf der IOC-Session in Lima/Peru auf einen „großen Fortschritt in Russland“. Vor einem Jahr hatte die WADA selbst noch den Ausschluss Russlands von den Sommerspielen in Rio gefordert. Dies sowie die IOC-Ankündigung der Einführung einer Geldstrafe für Dopingvergehen von Athleten und Teams wird als Brücke für Russland zurück in den Kreis der olympischen Familie gewertet. Zuletzt gab es Berichte, wonach Russland mit einer hohen Geldstrafe von 100 Millionen Dollar davonkommen solle und damit von einem Olympia-Ausschluss verschont bliebe. sid