Bayern setzen ein erstes Zeichen

von Redaktion

87:53 – auch ohne zwei Stareinkäufe demontieren die Basketballer Gießen und setzen sich an die BBL-Spitze

VoN Fabian Riese

Gießen – Zumindest Danilo Barthel hat die Sache dann doch einige Kopfschmerzen bereitet. Der Nationalspieler war mit Karacho mit Gießens Mauricio Marin zusammengerumpelt. Barthel schüttelte sich ein Weilchen. Ein paar Minuten später, konnte er schon wieder lächeln: „Der Kopf tut ein bisschen weh, aber es ist alles gut.“

Aber für schlechte Laune war auch nicht viel Platz, an dem ihm und seinen Bayern so ziemlich alles gelungen war. Ein 87:53 (52:26) nahmen die Münchner zum Saisonauftakt aus Gießen mit. Zumindest bis heute Abend können sie austesten, was sie lange nicht mehr erlebt hatten: Wie es sich anfühlt, die Konkurrenz von ganz oben anzuschauen. Schöner Rückenwind für den morgigen Heimauftakt gegen die Löwen Braunschweig (17.30 Uhr).

Die Tabelle hat natürlich noch keinerlei Aussagekraft. Schon gar nicht nach einem Duell mit einem runderneuerten Gegner, der nach völlig verkorkster Vorbereitung noch mit einigem Nachholbedarf in die Liga startete. Aber es bestätigte sich auch der Trend der letzten Testspiele: Im Bayern-Spiel greifen die Rädchen schon besser ineinander als man das hätte erwarten können.

Vor allem in der Defensive. Díe Münchner machten ihre Zone dicht, ein hartes Brot für die Hessen zu Beginn ihrer 50. Bundesligasaison. Leichte Wurfgelegenheiten bekam das Team um den phasenweise bemitleidenswerten Bundesliga-Rückkehrer John Bryant (2 Punkte/1 Rebound) so gut wie keine. Nicht mal jeder dritte Versuch saß.

Dabei hatten die Bayern noch gar nicht alle Eisen ins Feuer geworden. Jared Cunngham machte die Reise nach Gießen wegen seiner Adduktorenprobleme gar nicht erst mit. Neu-Regisseur Stefan Jovic fuhr zwar mit, blieb aber mit Blick auf seine Knöchelblessur aus dem EM-Halbfinale doch die vollen 40 Minuten noch auf der Bank. Es dürfte interessant werden, wie das Bayern-Spiel aussieht, wenn auch die beiden vermeintlichen Königstransfers mitmachen.

Am Samstagabend wurden sie nicht benötigt. In einem Spiel, das schon vor der ersten Sirene eine klare Richtung hatte. Ballgewinn, schneller Pass, Korb – das war das ziemlich simple Prinzip der Anfangsphase. Schon nach gut acht Minuten lagen 20 Punkte zwischen beiden Teams (24:4). Unschön auch für Gießens neuen Trainer Ingo Freyer, der die Partie so „lange wie möglich offen halten wollte.“

Nur kurz, in den ersten Minuten nach der Pause hatte Gießen so etwas wie Zugriff auf die Partie. Von der Dreierlinie setzten die Gastgeber da den ein oder anderen Wurf ins Ziel. Doch das hatten die Münchner, bei denen in Vize-Europameister Milan Macvan und Spielmacher Braydon Hobbs immerhin die beiden anderen der vier Neuzugänge ein durchaus beachtliches Debüt gaben, schnell korrigiert. Hätten die Münchner das Spiel konsequent zu Ende gebracht, der Sieg hätte sicher noch weit höher ausfallen können.

Doch im Schlussabschnitt schalteten die Bayern, bei denen Devin Booker (17 Punkte) und Nihad Djedovic (15) die treffsichersten Akteure waren schon einmal einen Gang zurück. Trainer Sasa Djordjevic konnte sich getrost leisten auch Youngster Karim Jallow noch die ein oder andere Minute zu geben. In die Richtung wollen die Münchner in dieser Saison ohnehin vermehrt gehen. Auch deshalb hat man bewusst keinen sechsten deutschen Profi an Bord geholt.

Trainer Sasa Djordjevic jedenfalls war vom Erlebten allemal angetan. „Wir sind das Spiel seriös angegangen und mit der richtigen Einstellung. Darüber bin ich sehr glücklich, dass meine Spieler die Wichtigkeit der ersten Aufgabe verstanden haben“, sagte er, „Das war schon ein guter Start.“

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