Freiburg – Julian Nagelsmann stapfte schnurstracks in die Kabine, ohne nach rechts oder links zu schauen. Der Trainer von 1899 Hoffenheim war restlos bedient – nicht nur wegen der ersten Niederlage der Bundesliga-Saison, sondern auch wegen der Bayern-Spekulationen. „Man kann nicht immer gewinnen“, sagte der 30-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem 2:3 beim SC Freiburg. Auf die übliche kleine Runde mit den Journalisten danach verzichtete er diesmal sichtlich genervt: „Ich habe alle zwei Tage 14 Pressevertreter bei mir. Irgendwann reicht’s mal.“
Die Frage nach dem Münchner Interesse nach der Entlassung von Carlo Ancelotti hatte Nagelsmann schon vor dem Anpfiff abgeblockt. „Gar nicht“ gehe er mit dem Thema um, behauptete er. Hoffenheims Geschäftsführer Hansi Flick gab sich gelassen. „Er ist ein außergewöhnlicher Trainer, der gut mit dem Thema umgeht“, sagte der ehemalige DFB-Sportdirektor: „Wir haben schon gesagt, dass wir nicht glauben, dass er bei uns in Rente geht.“
Doch der Wirbel um den Trainer und die Euro-Pleiten haben Hoffenheim aus dem Tritt gebracht. Die erste Niederlage im siebten Ligaspiel ließ den Rückstand auf Dortmund auf fünf Punkte anwachsen. „Wir sind es selbst schuld“, klagte Torwart Oliver Baumann: „Wir waren vom Kopf her nicht schnell genug, immer einen Schritt zu spät.“ Die Breisgauer feierten den ersten Sieg nach acht Partien ohne Dreier. sid