München – Sie rennen unter anderem über die Leopoldstraße, den Marienplatz und Königsplatz – drei der vielen Sehenswürdigkeiten Münchens. Wo sonst Autos fahren, übernehmen am Sonntag die Teilnehmer des 32. München Marathons die Kontrolle. Quer durch die Landeshauptstadt zieht sich die 42,195 Kilometer lange Strecke bis zur Ziellinie im Olympiastadion
Wobei es auch kleiner geht. Auch Halbmarathon, 10 Kilometer und eine Staffel stehen auf de Programm. Die kurzen Strecken sind der Grund für die um fünf Prozent auf rund 22 000 Läufer gestiegene Teilnehmerzahl. Der Zuspruch für den Marathon ist seit Langem konstant. Organisator Gernot Weigl hat dafür eine Erklärung: „Sind die Zeiten wirtschaftlich schlecht, sind die Marathonzahlen gut. Wenn die Wirtschaft boomt, wird gerne gelaufen, aber halt eine der Unterdistanzen.“
Nicht festlegen möchte sich Weigl bei der Frage nach den diesjährigen Favoriten. Das sei noch nicht klar, da man sich auch noch kurzfristig eine Starterlaubnis abholen könne. Im letzten Jahr war der Unternehmer Oliver Herrmann in 2:27 Stunden der Schnellste. Herrmann hatte sogar seinen eigenen Tempomacher mitgebracht. Die absoluten Spitzenzeiten sind das nicht – die Weltelite ist mittlerweile fast bei zwei Stunden angelangt. Um die Wertigkeit seiner Veranstaltung sorgt sich Weigl trotzdem nicht. „Wir haben die nächsten drei Jahre die Bayerischen Meisterschaften und werden uns auch um die Deutsche wieder bemühen. Die Top-Athleten kommen dann automatisch“, versichert der Organisator.
Erstmalig im Programm ist dieses Jahr der Inklusionslauf über 7,5 Kilometer – die neue Kooperation mit dem Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern e.V. (BVS) macht’s möglich. Auf der Marathonstrecke können somit alle Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung starten, auch Rollstuhl- und Handbike-Fahrer. „Alle Menschen sollen sich auf Augenhöhe begegnen und miteinander Sport treiben können. Der München Marathon ist die ideale Plattform“, sagt BVS-Präsidentin und SPD-Landtagsabgeordnete Diana Stachowitz.
Eine Null-Toleranz-Politik verfolgen die Veranstalter in Sachen Doping. „Wir wollen nicht, dass Doping in der Breite einreißt“, bekräftigt Organisator Weigl vor dem Startschuss. Letztes Jahr wurden die beiden Erstplatzierten bei den Frauen nach positiven Dopingtests disqualifiziert. Das soll sich nicht wiederholen. Ab dem nächsten Jahr muss jeder Starter in München eine entsprechende Verpflichtung abgeben.