Skispringen

Vorflieger im Aufwind

von Redaktion

Wellinger präsentiert sich schon wieder in Topform

Oberwiesenthal – Er ist nach dem neuerlichen Ausfall von Weltmeister Severin Freund der große Hoffnungsträger der Deutschen Sksipringer im Olympiawinter. Und Andreas Wellinger scheint schon wieder Taten folgen zu lassen. Mit Platz zwei beim Sommer-Grand-Prix-Finale am Dienstag in Klingenthal und dem Gewinn seiner ersten deutschen Einzelmeisterschaft am in Oberwiesenthal scheint der schlaksige Ruhpoldinger dort anzuknüpfen, wo er in der vergangenen Saison aufgehört hat: Mit einer Podestplatzierung nach der anderen.

„Ihr habt ihn im Winter gesehen und jetzt wieder und werdet denken, es ist alles beim Alten. Aber dazwischen war ein Tal zu durchgehen. Er hat sich körperlich weiterentwickelt und es hat eine Zeit lang gedauert, bis die Technik wieder gepasst hat“, sagt Bundestrainer Werner Schuster. Der Österreicher weiß, was er an dem 22-Jährigen hat. Aber auch, wie schnell ein so junger Mann scheitern kann.

Man müsse Wellinger ganzheitlich betrachten, sagt der Coach. „Er ist mit 17 hier reingeplatzt, ist mit 18 Olympiasieger geworden und hat dann schon ein wenig gedacht: ‘Das ist ja toll hier, die Welt liegt mir zu Füßen.’ Und musste dann wortwörtlich ein paar schmerzhafte Erfahrungen verarbeiten. Im vergangenen Jahr hat er den Durchbruch geschafft. Das macht ihn einerseits stark, aber man darf ihm andererseits auch nicht zu viel aufladen“, warnt Schuster.

Wellinger selbst will sich gar nicht in die Leader-Rolle drängen lassen. Auch was die Saisonziele anbelangt, stapelt er tief. „Ich will von Anfang bis Ende auf hohem Niveau springen. Man muss ordentlich trainieren, um sich in eine gute Form zu bringen und dann entscheiden viele Faktoren an dem jeweiligen Tag X. Je höher das eigene Niveau, um so einfacher wird es, bei den Großereignissen vorn mitzukämpfen“, sagt er in typischer Wellinger-Manier. dpa

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