Zuzenhausen – Julian Nagelsmann und der FC Bayern – das wird ein Dauerthema bleiben. Nach der Rückkehr von Jupp Heynckes hat der Trainer der TSG Hoffenheim jeglichen Kontakt bestritten und das Vorgehen mancher Medien kritisiert. „Es gibt und gab keine Anfragen und auch keinen Austausch und Kontakt von meiner Seite zu dem Klub“, sagte Nagelsmann. Selbst auf dem Spielplatz verfolgt ihn die Trainerdebatte in München schon.
Nagelsmann war während der Länderspielpause privat in München, mit seiner Lebensgefährtin und seinem knapp dreijährigen Sohn. „Ich kann ja schlecht zu meinen Schwiegereltern sagen, sie müssen umziehen.“ Er schilderte, wie er mit seinem Sohn auf einem Spielplatz war und von einem etwa Sechsjährigen gebeten wurde, mit ihm ein Foto zu machen. „Volksnah, wie ich bin, habe ich das bejaht.“ Ein paar Stunden später habe er in den Sportnachrichten eines TV-Senders das Foto gesehen: „Der kleine Junge war abgeschnitten, nur noch ich. Wahrscheinlich haben der Papa oder die Mama das Bild verkauft.“
Dass solche Fotos ins Fernsehen kommen, sei „mehr als traurig und etwas skurril“, sagte Nagelsmann, aber auch „nicht total überraschend“. Beim Familien-Ausflug am Tag danach in einem Märchenpark habe er ein Foto mit einem Fan verweigert.
Nagelsmann war nach der Entlassung von Carlo Ancelotti als möglicher Nachfolger gehandelt worden und gilt nach wie vor als Kandidat, wenn Heynckes im Sommer seine Mission beendet. Bei der Pressekonferenz zum Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg betonte der „Trainer des Jahres 2016“: „Ich konzentriere mich extrem auf den Erfolg dieser Mannschaft. In meinem Kopf spielt nix anderes eine Rolle.“
Nagelsmanns Vertrag in Hoffenheim läuft bis 2021, längst ist aber allen Verantwortlichen bei der TSG klar, dass sie ihren Senkrechtstarter nicht mehr lange werden halten können. Die Frage ist, wie Nagelsmann selbst in den nächsten Monaten die Hängepartie moderieren und ob sie seine – vielfältig gelobte und sichtbare – Trainerqualität schmälern wird. „Ich sehe da keine Gefahr oder irgendeine Belastung auf Hoffenheim zukommen“, sagte Sportchef Alexander Rosen der „Bild“. Nach der 1:2-Niederlage in der Europa League bei Ludogorez Rasgrad und dem 2:3 in Freiburg droht Nagelsmann erstmals in seiner Karriere als Profi-Trainer die dritte Niederlage in Serie. Andererseits ist der Club seit 21 Spielen daheim. unbesiegt. dpa