Strafverfahren gegen PSG-Präsident

von Redaktion

Schweizer Justiz ermittelt gegen Al-Khelaifi und Ex-FIFA-General Valcke wegen Bestechung

Zürich – Schatten über dem Fußball-Imperium von Paris St. Germain: PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi ist womöglich in einen Korruptionsskandal der früheren FIFA-Spitze verwickelt. Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) hat, wie erst gestern bekannt wurde, bereits im März ein Strafverfahren gegen den katarischen Geschäftsmann, den früheren FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke und eine namentlich nicht genannte dritte Person eröffnet. Es geht um Bestechung in großem Stil.

Im Zentrum der Vorwürfe steht Valcke – bis zum Skandal im Weltverband FIFA die rechte Hand des längst gesperrten Joseph S. Blatter. Der Franzose soll bei der Vergabe der Medienrechte für die kommenden vier Weltmeisterschaften die Hand aufgehalten, laut der BA also „nicht gebührende Vorteile“ angenommen haben. Von Al-Khelaifi für die Turniere 2026 und 2030 – der Paris-Boss ist Geschäftsführer des Medienkonzerns beIn, einem der großen Player im Fußball.

Valcke, gegen den bei der Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der „mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung“ ein weiteres Verfahren läuft, wurde gestern als Beschuldigter vernommen – einen Tag, nachdem er vor dem Sportgerichtshof CAS gegen seine im Sommer 2016 auf zehn Jahre reduzierte Sperre im Weltfußball gekämpft hatte.

„Weiter wurden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden in Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien zeitgleich an verschiedenen Orten Hausdurchsuchungen durchgeführt“, teilte die Behörde mit. Laut der Nachrichtenagentur AFP gehörten auch die Büroräume der beIn-Tochter beIn-Sports in Paris dazu. Bislang befinde sich niemand in Untersuchungshaft, es gelte die Unschuldsvermutung.

Für Al-Khelaifi ist die Verfahrenseröffnung ein schwerer Schlag. Der 43-Jährige sonnte sich zuletzt in den Erfolgen von PSD, das zuletzt 222 Millionen Euro für Neymar ausgab und bald 180 Millionen Euro für Kylian Mbappe überweisen wird. Die Vorwürfe werfen einen Schatten.

Konkret schreibt die BA von „Bestechung, Betrug, ungetreuer Geschäftsbesorgung sowie Urkundenfälschung“. Erfahren hatten die Ermittler davon im Zuge der seit März 2016 laufenden Untersuchung gegen Valcke. Die Vorwürfe in dem Fall: Valcke soll sich beim WM-Ticketverkauf bereichert, private Reisen auf FIFA-Kosten unternommen und die TV-Rechte für 2018 und 2022 in der Karibik unter Wert verkauft haben.

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