Basketball

Ein Sieg mit Schönheitsflecken

von Redaktion

91:83 – Bayern dominiert auch das Eurocup-Spiel in Jerusalem und muss am Ende doch zittern

Jerusalem – Zwei Minuten vor dem Ende hat Reggie Redding sein Herz noch einmal in beide Hände genommen. Wie oft war der US-Forward des FC Bayern in der vergangenen Saison abgetaucht, wenn es hart auf hart ging. Doch diesmal rauschte der 29-Jährige durch Jerusalems Defensive und versenkte den Ball. Es war das 85:76, es war die eine Aktion, derer es bedurfte um Schwung aus dem Spiel von Hapoel Jerusalem zu nehmen. Und so war er dann wenig später auch wirklich amtlich, der dritte Eurocup-Sieg des FC Bayern. 91:83 entschieden die Münchner auch das Duell bei Israels Champion für sich, nehmen Kurs auf die Zwischenrunde. Doch es war das bislang härteste Stück Arbeit, das das Team von Trainer Sasa Djordjevic zu verrichten hatte.

Unnötig hart, denn die Bayern hatten auch diesmal über weite Strecken das Geschehen bestimmt. Hatten mit einem ersten Viertel nahe an der Perfektion die 7513 Zuschauer im Hexenkessel Pais Arena abgekühlt (31:12).

Doch Jerusalem setzte den ambitionierten Münchnern mehr Kampf entgegen als es zuvor Galatasaray Istanbul oder Lietkabelis Panevezys gelungen war. Und der Halbfinalist des Vorjahres hatte Austin Daye. Der frühere NBA-Profi (u.a. San Antonio Spurs) deutete früh an: Jawohl, ich kann auch die giftige Bayern-Defensive vor Probleme stellen. 28 Punkte sammelte Daye ein.

Und trotzdem hatten sich die Münchner schon auch selbst zuzuschreiben, dass sie trotz einer 78:55-Führung auf dem Weg ins Schlussviertel noch einmal so sehr ins Schwimmen gekommen waren. Zunächst einmal hatte man sich übers ganze Spiel hinweg immer wieder leichte Fouls geleistet. Und das sollte sich im Endspurt rächen: Jared Cunningham, Maik Zirbes und Devin Booker mussten in diesem letzten Viertel vorzeitig vom Feld – fast schon Glück, dass sich kurz vor Schluss auch Daye seine Vergehen Nummer vier und fünf leistete. Dazu leistete man sich Ballverluste, 21 an der Zahl – das ist auch gegen eine aggressive Verteidigung wie die der Gastgeber mindestens eine Nummer zu viel. Für Djordjevic war das „eine Mentalitätssache. Wir müssen einfach mehr in uns selbst vertrauen, Wir müssen härter sein.“

Mit einem 16:0-Lauf rückte Hapoel Jerusalem noch einmal bis auf sieben Punkte an die Bayern heran. Doch nach Reddings Energieleistung behielten die Münchner, bei denen Vladimir Lucic mit 16 Punkten am besten traf, in einer hektischen Partie letztlich von der Freiwurflinie die Nerven und brachten den so wichtigen Auswärtssieg ins Ziel. Fabian Riese

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