München – Die Gunst des Moments erkannte Daniel Pietta sofort. Der Stürmer der Krefeld Pinguine hatte den Puck erobert und den Kopf gehoben, um das Spielfeld zu scannen. Als er Jordan Caron entdeckte, spielte er die Scheibe direkt weiter an den langen Pfosten, wo Caron den Puck nur über die Linie drücken musste.
Vor der zweiten Angriffsreihe der Pinguine fürchten sich die Verteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) momentan besonders. Vor allem Daniel Pietta und Marcel Müller, der an diesem Tor nicht direkt beteiligt war, verzücken im Zusammenspiel. Pietta hatte bis zum 15. Spieltag 17 Scorerpunkte gesammelt, Müller gar 19. Nur der Münchner Keith Aucoin (24) übertrifft sie in dieser Kategorie.
Mehr als einen Treffer hatte die Sturmreihe am Mittwochabend in der Olympia-Eishalle aber nicht zu bieten. Auch sie scheiterte letztlich bei dem Versuch, die Heimserie des EHC München zu beenden, die beim 3:2 (0:0, 2:1, 0:1, 1:0) nach Verlängerung ihre bereits neunte Episode erlebte.
Die Pinguine verliehen dieser Episode jedoch enorm viel Spannung. Nun haben sie es trotz ihrer Spitzenreihe bisher nicht über den elften Platz hinausgeschafft. Eine Tabellenregion, wo sich normalerweise eigentlich keine Vereine tummeln, die den EHC herausfordern können. Die Erfolgsserie der vergangenen Wochen hat das bewiesen. Und doch hat sich Krefeld im Kreis der DEL-Elite schon den Ruf eines unangenehmen Gegners erarbeitet. Die Spitzenvereine Berlin, Ingolstadt und Köln haben die Pinguine schon überrumpelt. Den Meister aus München zwangen sie am ersten Spieltag in die Verlängerung.
Diese Spielweise setzten sie vor 3090 Zuschauern in der Eishalle fort. Krefeld verteidigte geschickt, weshalb der EHC im ersten Drittel nur wenige konstruktive Angriff vortrug. „Sie stören uns sehr früh, das machen sie sehr gut“, sagte Maximilian Kastner gegenüber Telekomsport. Und obwohl mit Jonathan Matsumoto, Dominik Kahun, Jerome Flaake und Mads Christensen gleich vier EHC-Stürmer verletzt fehlten, fügte Kastner an: „Wir haben die Qualität in der Mannschaft, um das auszuspielen.“
Das führte der EHC dann auch im zweiten Drittel vor. Nach nur 52 Sekunden traf Steven Pinizzotto ins Schwarze, nur drei Minuten später auch Kastner. Doch Krefeld kämpfte sich zurück. Dem Caron-Treffer ließ Martin Schymainski im Schlussdrittel das 2:2 folgen – in Unterzahl. Diese Unaufmerksamkeit kostete den EHC immerhin vorerst nicht die Tabellenführung, wohl aber einen unnötigen Punkt. Denn den 3:2-Siegtreffer markierte Brooks Macek eben erst in der Verlängerung.